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Oberpfalz

14-jähriger Schüler schießt auf seinen Lehrer

Der Mann blieb - ebenso wie die Klassenkameraden des Schützen - unverletzt.

Auslöser für die Tat an einer Hauptschule in Rötz (Oberpfalz) soll eine verbale Auseinandersetzung gewesen sein. Der Zwischenfall ereignete sich in der ersten Unterrichtsstunde. Nach einer verbalen Auseinandersetzung hatte der 35 Jahre alte Pädagoge den Achtklässler vor die Tür geschickt. Etwa 20 Minuten später kehrte Maximilian zurück in den Klassenraum und bedrohte den Lehrer vor den Augen seiner entsetzten Klassenkameraden mit einem großkalibrigen Revolver. Der Mann konnte die Hand, in der der Schüler die Waffe hielt, zur Seite schlagen. Dabei habe sich der Schuss gelöst, berichtete die Polizei. Die Kugel sei in den Boden eingeschlagen und habe niemanden verletzt. Nach einem Handgemenge gelang es dem Lehrer, seinen Angreifer zu überwältigen und festzuhalten, bis die Polizei eintraf.

Die Schule, in der sich rund 300 Kinder befanden, wurde komplett geräumt. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich vor Ort um die Schüler. Viele wurden auch im Laufe des Vormittags von ihren Eltern abgeholt. Der Lehrer stand in den ersten Stunden nach der Tat unter Schock und konnte zunächst nicht vernommen werden. Waffe vom Vater genommen Den 357er Revolver hatte der Jugendliche aus dem Waffenschrank in seinem Elternhaus entwendet. Der Vater sei Jäger und deshalb im Besitz von Schusswaffen, sagte der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) in München. Über die Motive des Jungen herrscht noch Rätselraten.

Gemeinsam mit seinen Eltern lebt Maximilian im acht Kilometer von Rötz entfernten Dörfchen Dörfing. Vor sechs Jahren, so erzählen Nachbarn, war die Familie aus den neuen Bundesländern zugezogen. Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier zeigte sich bestürzt über die Gewalttat. „Es ist erschütternd, dass die Schule vor derartigen Anschlägen nicht vollkommen geschützt ist“, sagte die CSU- Politikerin. Durch das beherzte und mutige Eingreifen hätten der betroffene Lehrer und der Schuldirektor Schlimmeres verhindern können.

Schusswaffen an Bayerns Schulen

Die Geschehnisse in Rötz sind nicht der erste Fall von Schusswaffengebrauch an bayerischen Schulen. Im Juli 2003 verletzte ein 16-Jähriger in Coburg eine Lehrerin mit einem Schuss und tötete sich anschließend selbst. Im Februar 2002 erschoss ein 22-jähriger Amokläufer in Freising den Direktor seiner ehemaligen Berufsschule und verletzte einen anderen Lehrer mit einem Schuss ins Gesicht schwer. Danach richtet sich der Amokläufer selbst. Im März 2000 schoss ein 16-Jähriger wegen eines Schulverweises den Leiter eines Internats im oberbayerischen Brannenburg nieder. Anschließend versucht er, sich selbst durch Schüsse in den Kopf zu töten. Der Lehrer starb sechs Tage später, der Jugendliche fiel ins Koma.
(sueddeutsche.de/ddp/dpa/AP/AFP)

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