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Zahl der Grundschüler mit psychischen Problemen steigt
dpa (01. Mai 2003) - Die Zahl der Grundschüler mit psychischen Problemen steigt vom ersten bis zum vierten Schuljahr deutlich an: Jungen sind dabei stärker betroffen als Mädchen. Dies ergaben Untersuchungen der Universitätsklinik Heidelberg und des Gesundheitsamts Rhein-Neckar-Kreis. Demnach werden in der
Einschulphase 5,8 Prozent der Kinder wegen psychischer Probleme oder Verhaltensauffälligkeiten von einem Arzt oder Psychologen behandelt. In den folgenden vier Jahren steigt dieser Anteil auf 10,6 Prozent. Bei den Jungen wächst die Quote von 7,9 auf 13,7 Prozent, bei Mädchen von 3,5 auf 8,1 Prozent.
"Kinder, denen ein Besuch der Hauptschule empfohlen wird, weisen wesentlich mehr Verhaltensauffälligkeiten auf als Kinder, für die eine Empfehlung zum Besuch von Realschule oder Gymnasium ausgesprochen wurde", teilte die Universität mit. Für die Studie wurden jeweils mehr als 5000 Kinder bei der Einschulung und im 4.
Schuljahr herangezogen. Die Eltern wurden gebeten, über 118 Fragen anonym zu beantworten.
Nach Angaben der Forscher sind so genannte "expansive Verhaltensformen" sowohl bei der Einschulung als auch vier Jahre später die häufigsten Auffälligkeiten: Die Kinder sind eigensinnig, lehnen sich auf und fordern gleichzeitig vermehrt Zuwendung. Auch Konzentrationsprobleme, Nervosität und Anspannung nähmen im Verlauf der Grundschulzeit zu.
"Beunruhigend ist auch die Zunahme an körperlichen und psychosomatischen Beschwerden", sagte der Ärztliche Direktor der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Prof. Franz Resch. So klagten Kinder vor der Einschulung selten über Übelkeit. Bei Viertklässlern dagegen seien Übelkeit, Kopfschmerzen, Bauchweh und Übergewicht recht häufige Beschwerden. Asthma und Allergien nähmen ebenfalls in bedenklichem Maße zu.
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