Das bayerische Phänomen
In Bayern wurde ein verblüffendes Phänomen beobachtet: Das Schulpflicht-Gesetz wurde zum Diktator erhoben. Bürgermeister, Landräte und Richter sowie Politiker haben einmütig festgestellt, dass dieses Gesetz von solch „heiliger“ Natur ist, dass es –nachdem es beschlossen war - weder hinterfragt darf, noch darf darüber nachgedacht werden, ob es der ursprünglichen Absicht der Gesetzesmacher noch entspricht. Einmal verabschiedet, hat es sich verselbständigt und verlangt absoluten Gehorsam, egal welche Ungerechtigkeiten und moralischen Missstände dadurch entstehen. Das „Nicht –Folge- leisten“ eines noch so unheilvollen Gesetzes hat den Versuch der Beugung des Willens in einem Gefängnis zur Folge, oder noch intakte Familien werden mit Bußgeldern drangsaliert. Die einzige Art und Weise, in solchen Fällen zu entkommen - raten erfahrene Richter, Landräte und Politiker- ist, doch den in Deutschland seit Jahrhunderten so bewährten Exodus anzutreten. Eine Gewissensfrage ist ausgeschlossen, da das Schulpflicht-Gesetz sich verselbständigt und die Länderverfassungen, welche angeblich die Gewissensfreiheit und das Elternrecht auf Erziehung ihrer Kinder garantieren, außer Kraft gesetzt hat. Die Richter, Bürgermeister und Landräte sowie Politiker sehen das Dilemma, können aber keine Abhilfe schaffen. Sie fürchten um ihren Job und ihren Ruf, würden sie konträr des Gesetzes entscheiden.
Detlef Markeli