Rieser Nachrichten
28.09.04
Es geht um die Macht
Leserbrief zum RN-Artikel „Gefängnis ein Schritt näher" vom 22. September:
„Die 'Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor reli giöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen' sind als oberste Bildungsziele in der bayerischen Verfassung niedergeschrie ben (Art. 131).
Angesichts des zunehmenden moralischen Verfalls und des wachsenden Wertevakuums unserer Gesellschaft, die das Scheitern dieses Erziehungsauftrages der öffentlichen Schule beweisen, drängt uns unser Gewissen daher, unsere Kinder zu Hause nach biblischen Maßstäben und Werten zu unterrichten.
Das deutsche Grundgesetz und die bayeri sche Verfassung beinhalten das Recht auf Ge wissensfreiheit und das Erziehungsrecht der Eltern.
Das Problem liegt darin, dass die moderne 'Rechtsprechung' und der Staat sich von ihrer eigenen Verfassung gelöst haben und inzwi schen willkürlich entscheiden, ob jemand überhaupt einen Gewissenskonflikt hat oder nicht. Das Kultusministerium will sich keiner sachlichen Diskussion zu dem Thema 'Haus- unterricht' stellen und traut sich nicht, über den Tellerrand in andere Länder zu schauen, in denen diese Form der Unterrichtung seit Jahrzehnten erfolgreich durchgeführt wird. Es geht schließlich um den eigenen Machterhalt. Andersdenkende werden daher mit Beugehaft und Bußgeldern belegt oder müssen nach Österreich fliehen, nach dem Motto: Wer sich nicht integriert, wird verfolgt.
Fast alle anderen Länder der EU (ein schließlich der neuen) sehen den Heimschul unterricht als ein legitimes Elternrecht und als Bereicherung der Bildungslandschaft an und haben ihn daher in ihre Schulgesetze aufge nommen.
Hat das Kultusministerium Angst vor
selb ständig denkenden und verantwortungsfreu digen Eltern, die nicht alles gutheißen, was „v on oben' kommt und nicht die Erziehung ih rer Kinder den Mitschülern, Moden und Me dien überlassen wollen?"
Willi Tlapak
Gemeinschaft in Klosterzimmern
86738 Deiningen