Gute Nachricht

Ich erinnere mich noch an die Filme über Jesus und seine Nachfolger, die ich im Fernsehen gesehen hatte, lange bevor ich überhaupt je ein Wort in der Bibel gelesen oder eine eigene Glaubensüberzeugung hatte. Diese Männer waren radikal. Sie warfen ihre Fischernetze hin und ließen ihre gutbezahlten Positionen [1] im Stich — und das alles nur, um das schwere Leben eines Ausgestoßenen zu leben.

Die religiösen Führer in den Tagen Jahschuas haßten ihn. Sie wollten ihn umbringen. Das taten sie letztendlich auch, obwohl er nur die Wahrheit sprach, als er ihnen sagte, wie fade und leer ihre Religion war.

Was Gott von den Menschen wollte, war ein ehrlicher Glaube, Aufrichtigkeit, Liebe und Barmherzigkeit. Damals hatte der Glaube, von dem Jahschua sprach, damit zu tun, daß man sein bequemes und gesichertes Leben hinter sich läßt, um ihm nachzufolgen. Er sagte ihnen sogar, daß sie sich nicht um ihr Essen und ihre Kleidung sorgen sollten [2].

Er sprach von einer Liebe, die verlangte, daß man eine seiner zwei schönen Jacken aufgibt, um sie dem zu geben, der keine hat. Die Leute waren schockiert, als er sagte, daß sie ihren Besitz verkaufen, den Armen geben und ihm nachfolgen sollten [3]. Das war es, was Liebe und Glaube für ihn bedeuteten.

Damals waren die Leute einfach zu egoistisch und ungläubig, um dieses Leben zu führen. Weil sie trotzdem glauben wollten, daß Gott mit ihnen zufrieden war, gingen sie einmal die Woche in die Synagoge, zogen ihre Festtagskleider an, sangen ein paar Lieder, zahlten ihren Zehnten und versuchten, einem hauptamtlichen Rabbi zuzuhören, der vorne stand und eine Predigt hielt.

Dem Sohn Gottes war das zuwider. Er enthüllte dieses ganze System. Und deshalb haßten sie ihn so sehr.

Hast Du Dich jemals gefragt, wie es sein würde, wenn er in unserer Zeit leben würde? Was würde er von der heutigen Gesellschaft halten? Würde er das heutige Christentum akzeptieren, das behauptet sein Volk zu sein — oder würde er es genauso bloßstellen, wie er die Religion damals bloßgestellt hat?

Ich weiß, daß die Menschen, die dem Sohn Gottes am Anfang nachfolgten, etwas ganz Erstaunliches, etwas Neues, gründeten. In der Bibel heißt es:

„Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften ihre Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nach dem es einer nötig hatte. ... Sie brachen das Brot in ihren Häusern und hielten die Mahlzeiten mit Freude und ehrlichen Herzen, und lobten Gott und fanden Wohlgefallen beim ganzen Volk." [4]

Diese Lebensweise scheint genau das zu sein, was er meinte, als er sagte, daß man all seinen Besitz aufgeben muß, um ihm nachzufolgen [5]. Er sagte:

„Wahrlich , ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verläßt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit (Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder, Äcker — mitten unter Verfolgung) und im nächsten Zeitalter ewiges Leben [6]."

Es muß irgendwann einfach im Sande verlaufen sein. Im letzten Buch der Bibel wurde den Gemeinschaften, wo einst seine Jünger gediehen, gesagt:

„Wach auf! Stärke das, was sterben will!" „Du hast deine erste Liebe verlassen. So denke nun daran, wovon du abgefallen bist! Tue Buße und tue die Werke, die du zu Beginn tatest." „Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde." „Tue Buße; wenn aber nicht so werde ich bald über dich kommen und gegen sie (die Nikolaiten) streiten mit dem Schwert meines Mundes." [7]

Wenn alle ursprünglichen Kirchen, eine nach der anderen, abgefallen sind, was bleibt uns dann heute?

Irgendwie wollte ich schon immer wie diese Männer von damals sein, die alles in diesem Leben aufgaben, um zum Sohn Gottes zu gehören und ihm überallhin nachzufolgen. Ich liebe ihn von ganzem Herzen und weiß, daß er es wert ist, daß ich ihm mein ganzes Herz, meine ganze Seele, meinen ganzen Verstand und meine ganze Kraft gebe. Ich habe überall gesucht. Ich habe sogar versucht, mit ein paar anderen, die auch diesen Traum hatten, auf eigene Faust ein Jünger zu sein (obwohl wir nicht richtig wußten, was wir taten). Ich fing an zu denken, daß es vielleicht gar nicht möglich ist, heute noch ein wahrer Jünger zu sein.

Kannst Du Dir vorstellen, ein Volk versammelt zu finden, das tatsächlich, vom kleinsten bis zum größten, alles aufgegeben hat, um Jahschua nachzufolgen? Menschen, die alles gemeinsam haben und ihr Leben „den Lehren der Apostel, der Gemeinschaft, dem Brotbrechen und dem Gebet" widmen [8]? Das wäre doch gute Nachricht!

 

  1. Mt 4,20; Mt 9,9
  2. Mt 6,31-34
  3. Mk 10,21-30; Lk 12,33-34; Lk 14,33
  4. Apg 2,44-46; Apg 4,32
  5. Lk 14,33; Lk 12,33
  6. Mk 10,29-30
  7. Offb 3,2; Offb 2,4-5; Offb 3,16; Offb 2,16
  8. Apg 2,42


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