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Ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich
Kurzchronologie der Zwölf Stämme -
Der Gütergemeinschaft Israels
Wenn der Vater mit dem Sohne...
Elbert Eugene Spriggs sen. lebte in Chattanooga / Tennessee. Herr Spriggs war als Fabrikarbeiter und Pfadfinderleiter allseits beliebt. Sein fester Glaube drückte sich durch ein Leben aus, das von guten Taten geprägt war. 1937 wurde ihm ein Sohn geboren: Elbert jun. Mit Spitznamen nannte er ihn „Gene“. Herr Spriggs freute sich sehr einen Sohn zu haben und hoffte, dass sein gleichnamiger Sohn eines Tages in seine Fußstapfen treten würde.
Gene hatte seinen Vater lieb, respektierte ihn und wollte ihm gefallen. Je älter er jedoch wurde, desto unwiderstehlicher wurde der Druck, den seine Gleichaltrigen auf ihn ausübten und bereits nach der Grundschule ließ er sich auf Sachen ein, bei denen er kein gutes Gewissen hatte. Wenn auch andere vielleicht darüber lächelten und sagten, „Kinder bleiben eben Kinder“, so konnte Genes Vater doch nie die Partys oder das Rauchen und Trinken der Jugendlichen gutheißen. Nun war aber Gene als Footballspieler so beliebt, dass er mitten in der Jugendszene landete.
Dem Anschein nach schien für Gene alles glatt zu gehen: Seine Mitschüler machten ihn zum Maienkönig und er bekam ein Footballstipendium für die Universität. Aufgrund seiner Erziehung jedoch ließ ihm sein Gewissen keine Ruhe. Er schaffte es nicht, nach den hohen christlichen Maßstäben zu leben, die sein Vater in ihn hineingelegt hatte. Aus Schuldgefühlen heraus ging er daher mit neunzehn eine Ehe ein, bevor er der Verantwortung aus einer solchen Verpflichtung gewachsen gewesen wäre. Diese Ehe war nur von sehr kurzer Dauer.
Als Gene mit dem College abschloss, wurde er in die US-Armee einberufen. Aufgrund seiner akademischen Vorbildung bekam er die Aufgabe, psychologische Tests an neuen Rekruten durchzuführen. Er leistete seinen Wehrdienst ab und wurde mit der Auszeichnung „bester Soldat“ seiner Einheit aus dem Dienst entlassen.
Gene ging nun seinem Wahlberuf eines Lehrers und Berufsberaters nach. Er heiratete wieder in der Hoffnung, dass es diesmal eine dauerhafte Beziehung sein würde. Nach ein paar Jahren als Lehrer an einer High School wurde ihm von Dixie Yarns -dem Teppichhersteller, für den sein Vater sein ganzes Leben lang gearbeitet hatte- eine leitende Stelle angeboten. Die Firma machte zwei neue Fabriken auf und so bekam Gene die Aufgabe, Hunderte von benötigten Arbeitern einzustellen. Mehrere Jahre lang war Gene der Personalchef der Firma. Er war dort hoch geachtet und übertraf sich selbst bei der Arbeit. Er wurde sogar zum Sekretär des Rotary Club gewählt.
Doch die Grundsätze, die sein Vater ihm vermittelt hatte, ließen ihm keinen Frieden und die Entscheidungen, die er traf, um auf der Erfolgsleiter der Geschäftswelt mithalten zu können, brachten ihn in einen schweren inneren Konflikt. Seine zweite Ehe zerbrach.
Gene fand es unmöglich, als Geschäftsführer mit seinem Gewissen in Einklang zu kommen. Also nahm er ein Berufsangebot an, durch das er sich die Welt ansehen könnte. Er wurde Reiseführer für ein großes Reiseunternehmen. Doch genau wie in der Geschäftswelt auch, brachte die ausschweifende Lebensart der Tourismusbranche Gene in einen inneren Konflikt.
Auch der Tod seines Vaters traf Gene tief. Herr Spriggs ermahnte Gene auf seinem Sterbebett, „sein Leben Gott zu geben“. Ohne wirklich zu wissen, was das bedeutete, gab er seinem Vater sein Wort. Gleichzeitig war Gene noch immer Teil des wilden Lebens der 60er Jahre und auf der Suche nach dem Glück ging er wieder eine Beziehung mit einer Frau ein. Da er sich an der lockeren Moral, die in der Gesellschaft hochgehalten wurde, stieß, heiratete er sie. Doch sein Leben war weiterhin ein großes Hin und Her und wie so viele Leute zu jener Zeit erstrebte auch er eine Veränderung.
Als es in der neuen Ehe Schwierigkeiten gab, entschloss sich Gene, Verwandte in Kalifornien zu besuchen und sich nach einer anderen Arbeit umzusehen. Auf dem Weg nach Kalifornien machte er in Alabama Zwischenstation, um einen Freund zu besuchen, der Jahrmärkte veranstaltete. Als ihn sein Freund bat, doch ein paar Tage zu bleiben und eine seiner Buden zu übernehmen, nahm Gene das Angebot einfach zum Spaß an (Komischerweise haben sich die meisten Medienberichte gerade an dieser kurzen Episode auf dem Jahrmarkt eines Freundes aufgehangen und daraus den verzerrenden Titel „ehemaliger Jahrmarktschreier“ abgeleitet. Über die Motive sowohl der Reporter als auch ihrer „Quellen“ spricht es natürlich Bände, dass Gene nicht etwa „früherer Fabrikleiter“, „früherer High School-Lehrer“ {etwa wie Gesamtschullehrer} oder „ehemaliger Sekretär des Rotary Club“ {etwa wie Klub der Rotarier} genannt wird.).
Diese kurze Jahrmarkttätigkeit für ein paar Wochen war jedoch sehr bedeutsam. Hier nämlich begriff er endlich die Worte, die sein sterbender Vater ihm bei gehaltener Hand ans Herz gelegt hatte: „Gib dein Leben Gott hin, Gene!“ Hier wurde er damit konfrontiert, wie würdelos Menschen sind, die nicht zivilisiert genug sind, um ihren erbärmlichen Zustand zu verdecken. Als Gene zwischen den Reihen von Marktständen durchlief, sah er mit aller Deutlichkeit, wie tief die Menschheit gesunken ist. Er sah die ganzen Witzgestalten und Betrügereien, die Zuchtlosigkeit und die Verhöhnung auf beiden Seiten und es zerbrach ihm schlicht das Herz. In diesem Moment innerer Not hörte er tief in seiner Seele die Frage: „Habe ich dich dazu erschaffen?“ Diese Frage war sehr beunruhigend für Gene. Es war nicht bloß eine persönliche Frage, sondern eine weltbewegende Frage, deren Tragweite die ganze Menschheit betraf. Für Gene war die Frage überwältigend und er hatte keine Antwort darauf.
Gene ging von diesem Jahrmarkt weg und kam nie wieder. Er ging in sein Hotelzimmer, kniete nieder und rief zu demjenigen aus, der ihm diese Frage gestellt hatte. Er bekannte seinem Schöpfer, dass ihm bewusst war, dass sein früherer Lebenswandel nicht das war, wofür Er ihn erschaffen hatte. Er bereute bitterlich dafür, dass er seit seinen Jugendjahren ein wildes Leben geführt hatte. Er wusste zwar nicht, wozu er erschaffen war, aber er wollte von den Sünden errettet werden, die ihn davon abhielten, diesen Zweck zu erfüllen. Und er wollte auch, dass andere zu der Erkenntnis kommen, wozu sie erschaffen sind.
Er war jetzt dreiunddreißig Jahre alt.
Dieser neuerliche Wandel in seinem Leben belastete seine neue Ehe schwer. Seine Frau hatte etwas Besseres zu tun als mit jemandem zusammenzuleben, der sich darum sorgte, wozu der Mensch erschaffen ist. Er war nicht mehr derselbe, den sie geheiratet hatte und sie wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. So endete diese Ehe.
Gene setzte seine Reise nach Kalifornien fort, jetzt aber mit einer völlig neuen Absicht. Er wollte sich nur noch seinem Schöpfer ergeben und alles tun, wozu Er ihn erschaffen hatte.
Jesus Freaks

In Kalifornien war die Jesus-Bewegung der frühen 70er Jahre auf ihrem Höhepunkt. Es lag eine Begeisterung in der Luft, wie Gene sie in seiner gesamten religiösen Kindheit nie erlebt hatte. Es war leicht mitzumachen sei es beim Jesus-Lobpreis, durch Zeugnisablegen auf den Straßen oder durch Verteilen von Jesus-Faltblättern mit lauter anderen zusammen. Er meldete sich als Freiwilliger in einer Hilfsmission und lernte zahlreiche christliche Berühmtheiten kennen. Dabei lagen ihm besonders verlorene Jugendliche am Herzen. Bald jedoch wurde ihm klar, dass die meisten Leute in der Bewegung keine tiefe Herzensüberzeugung hatten, sondern nur blind einer Mode nachliefen. Obwohl die in Mode gekommene Bewegung einen Feuereifer an den Tag legte, welchen Gene so sehr bewunderte, konnte er doch sehen, dass ihr Feuer nur eine verlöschende Glut war. Die scheinbar so radikalen Veränderungen im Leben der Menschen lösten sich bereits in Wohlgefallen auf und es wurde alles wieder dem versteinerten religiösen System entsprechend.
Unter diesen Umständen sprang Gene auf einem Spaziergang an einem kalifornischen Strand die Wahrheit des Verses in Johannes 15,5 ins Auge: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Nun war ihm klar, dass wenn sein Leben irgendeine Bedeutung haben sollte und er wirklich das tun wollte, wozu er erschaffen worden war, dies nur passieren konnte, wenn er seinem Erretter gehorchte und vertraute und andere lehrte dasselbe zu tun.
Schließlich ging Gene von Kalifornien weg und machte sich Richtung Osten auf den Weg. Er hatte mitbekommen, dass es in den Rocky Mountains alle möglichen Leute gab, die sich auf der Suche nach Frieden vom bürgerlichen Lebensstil abgewandt hatten. Vielleicht würde er ja dort Menschen mit offenen Ohren für die gute Nachricht von Errettung in Jesus, dem Erretter der Welt, finden.
Eine radikale Atheistin
In einem kleinen, unberührten Gebirgsdorf lebte eine junge Frau namens Marsha. Im Gegensatz zu Gene hatte sie in ihrer Erziehung nichts von der Bibel mitbekommen und konnte an einer Hand abzählen, wie oft sie überhaupt in eine Kirche gegangen war. Ihre Philosophiekurse an der Uni und die fromme Heuchelei, die sie ihr ganzes Leben lang erfahren hatte, hatten sie zu der Überzeugung gebracht, dass es keinen Gott gibt. Sie konnte auch die Christen nicht ernst nehmen, die von einer „persönlichen Beziehung mit Gott“ sprachen, deren Leben jedoch genauso von Ehrgeiz, Genusssucht, dem weltlichen Tagein, Tagaus und von Sinnlosigkeit bestimmt war wie ihres. Wenn es tatsächlich einen Gott gab und jemand Ihn kannte, dann wäre so jemand anders!
Die Uni hatte sie aufgrund des Stumpfsinns und der Oberflächlichkeit verlassen und war in dieses kleine Dorf gezogen. Sie war auf der Suche nach Liebe, Frieden und einem naturnaheren Leben. Dort fand sie dann offenbar auch Gleichgesinnte Menschen, die ehrlich sein wollten und wahres Leben suchten. Doch es dauerte nicht lange, bis ihre Freunde ihre Ideale aufgaben und sich wieder unmerklich anpassten. Sich für Gerechtigkeit und Liebe zu begeistern, schien nicht mehr „in“ zu sein.
Als Gene ins Dorf kam, bewunderte sie seine Begeisterung, störte sich jedoch an seiner Bibel. Als er ihr aber von der Liebe eines Mannes namens Jesus und dem von dem hohen Maß an Gerechtigkeit vorlas, das er verlangte, war sie wie gefesselt. Marsha wurde klar, dass wenn man befolgen würde, was dieser Mensch gesagt hatte, es zu einer Gesellschaft führen würde, so wie sie ihr immer vorgeschwebt hatte. Also bombardierte sie Gene nur so mit schwierigen Fragen. Warum hatte sie nie eine praktische Umsetzung dieser Worte gesehen? Warum gaben sich die Christen weitestgehend damit zufrieden, sich schick anzuziehen und sich in protzigen Gebäuden zu treffen und das auch in bitterarmen Ländern? Auf diese Fragen hatte Gene keine Antworten. Er wusste nur, dass ihn der Sohn Gottes errettet hatte und dass Er auch jeden anderen erretten würde, der ernsthaft zu Ihm ausrief. Schließlich war ja nicht der Herr schuld daran, dass die Menschen ihm nicht gehorchten!
Marsha konnte sich der Wahrheit, die sie zu hören bekam, nicht
verschließen. So geschah es, dass eine unverbesserliche Atheistin ihr Vertrauen dem Sohn Gottes schenkte, da sie zu der Überzeugung gelangt war, dass Er die einzige Hoffnung der Menschheit ist. Bald darauf heiratete sie Gene. Der Bund, den die beiden damals schlossen, hat seit über dreißig Jahren allen Prüfungen standgehalten.
Der letzte Platz auf Erden
Obwohl Gene nun ein neues Leben hatte und eine Frau, die den gleichen Glauben wie er hatte, war ihm doch bewusst, dass vieles von seinem alten Leben in Tennessee noch aufgearbeitet werden musste. Er konnte sich der Aufgabe, zu der Gott ihn berufen hatte, gar nicht hingeben, bis er mit seinem Gewissen völlig ins Reine gekommen war. Es war für Gene eine schmerzhafte Erfahrung, sich seiner Vergangenheit in Chattanooga zu stellen. Für Marsha waren die Südstaaten der letzte Platz auf Erden, an den sie von sich aus gegangen wäre, da sie aufgrund ihrer kalifornischen Erziehung voller pseudoliberaler Vorurteile über die Südstaaten war. Doch schließlich lebten sie nicht mehr für sich selbst; ihr Leben gehörte jetzt ihrem Erretter. Also zogen sie in Genes Heimatstadt.

Sie besorgten sich beide Arbeit und bald waren alle Schulden abbezahlt und alle Verschulden so weit wie möglich wiedergutgemacht. Zu jener Zeit besuchten sie die Gottesdienste von Kirchen vieler Konfessionen, wo ihr Eifer für Gott viel Aufsehen erregte. Zudem standen die Türen ihres Hauses jedem offen, der kommen wollte, um mehr von ihrem Erretter zu erfahren. Es gab viele Leute, die zu den Versammlungen bei ihnen im Wohnzimmer kamen, einfach um über Jesus zu singen und um über ihn zu reden. Aufgrund dessen, was sie dort zu hören bekamen und der Liebe, die sie dort erfuhren, hörten viele Teenager auf, Drogen zu nehmen. Ihre „Mission“ wurde von vielen als ein „großartiges Werk“ gepriesen. Jeden Sonntag brachten sie scharenweise junge Leute in die verschiedenen Kirchen, die sie besuchten. Die Bewegung erfreute sich großer Beliebtheit und alle waren glücklich und zufrieden.
Die „Light Brigade“
Das kleine, braune Haus in der Ringgoldstraße, in dem Gene und Marsha lebten, wurde als das „Light House“ („Lichthaus“ und zugleich „Leuchtturm“) bekannt und das kleine Häufchen Gläubiger fing an seinen Glauben durch eine „Untergrundzeitschrift“ mit dem Titel „Light Brigade Freepaper“ („Lichtbrigadenzeitschrift“) zu verbreiten. Sie waren begeistert davon, dass sie Liebe erfuhren, ein reines Gewissen und ein neues Leben hatten. Bei jedem Konzert und jeder öffentlichen Versammlung war die Light Brigade zur Stelle und verteilte Zeitschriften.
Wie die Leute darauf ansprachen, war erstaunlich: Zu jeder Tages- und Nachtzeit kamen Jugendliche vorbei. Manche wussten nicht, wo sie sonst hingehen sollten und brauchten ein Dach über dem Kopf. Gene und Marsha war es klar, dass sie keine Zeit haben würden, um sich um diese Menschen zu kümmern, wenn sie weiter ihrer geregelten Arbeit nachgehen würden. Außerdem brauchten sie ein größeres Haus, um alle unterzubringen. Doch wie sollten sie ihr Auskommen sichern? Spendengelder kamen nicht in Frage. Die Bibel lehrte ihnen, „vielmehr zu arbeiten und mit seinen Händen das Gute zu wirken,
auf dass [man] dem Dürftigen mitzuteilen habe.“ Genau das wollten sie auch tun zusammenarbeiten und alles miteinander teilen.
So wurde das „Yellow Deli Restaurant“ („Gelbes Delikatessenrestaurant“) aus der Taufe gehoben. Mit Gartenarbeiten verdienten sie sich ein paar Dollars und mieteten ein kleines Gebäude an. Nach monatelanger Renovierungsarbeit und einem strahlend gelben Anstrich konnte das gemütliche Sandwichrestaurant endlich seine Tore öffnen. Hier konnten sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und dabei noch zusammen sein und alles über ihren Erretter und seine
Lehren lernen. Und außerdem konnte jeder, der zum Essen hereinkam, gleich etwas von ihrem neu gefundenen Leben mitbekommen, das ja die Auswirkung der Vergebung war, die sie empfangen hatten, und des Heiligen Geistes, der in ihnen lebte. Auf der Speisekarte stand: „Unsere Spezialität ist die Frucht des Geistes. Frag doch nach!“
Die Leute kamen sehr gern und unterhielten sich gern stundenlang in diesem Restaurant. Es war ein Ort des Friedens und er war nicht von der gewöhnlich sehr angespannten Atmosphäre eines Schnellrestaurants geprägt. Die Lokalzeitungen brachten große Farbberichte darüber und gaben dem Service und der Speisekarte die besten Noten.
Zur selben Zeit fanden sie ein großes, heruntergekommenes Haus
zu einem erschwinglichen Preis und fingen an, es zu renovieren und darin zu wohnen. Rein zufällig lag es in der „Vine Street“ („Weinstockstraße“). Der Name erinnerte Gene an den Bibelvers, der ihm so ans Herz gewachsen war: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben... getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Also nannten sie ihr neues Zuhause „The Vine House“ („Das Weinstockhaus“).
Sie besuchten immer noch die Gottesdienste verschiedenster Kirchen. Doch langsam tauchten Probleme auf. Manchen Leuten in den Kirchen waren die „Hippies“ und die Schwarzen, die ihre ehrwürdigen Versammlungen störten, ein Dorn im Auge. Für Gene und Marsha war es auch schwer, für jeden, der bei ihnen wohnte, angemessene Sonntagskleider aufzutreiben. Die neuen Jünger stellten auch immer mehr schwierige Fragen. Sie fragten sich, wie es sein konnte, dass die Leute, mit denen sie zur Kirche gingen, so reich waren, während so viele Leute in ihrem Umfeld arm waren. Und warum waren sie so kalt und distanziert? Hatte Gene ihnen denn nicht gesagt, dass Christen dazu berufen sind, füreinander ein Leben der selbstlosen Liebe zu führen?
Eines Sonntags schließlich spitzte sich die Lage zu: Die Kirche, in die sie gingen, hatte den Abendgottesdienst abgesagt, weil im Fernsehen die Footballnationalmeisterschaft übertragen wurde. Dazu kam noch, dass die vielen hochtrabenden Worte, die der Pfarrer in seinen Predigten zu sagen hatte, scheinbar keine Auswirkung auf das Leben der Menschen hatten. Ihre Prioritäten blieben unverändert.
Von diesem Tag an besuchte das kleine Häufchen Gläubiger keine Gottesdienste mehr. Stattdessen gingen sie sonntagmorgens in einen nahe gelegenen Park, um dort zu singen und zu beten. Es stand ja auch nirgendwo in der Bibel, dass man einen Pfarrer braucht, der auf seiner Kanzel steht und dem alle anderen still auf ihren Kirchenbänken zuhören. Ganz im Gegenteil: Der 1. Korinther 14 lehrt, dass eigentlich jeder ein Wort mitbringen oder ein Lied anstimmen sollte.
Diese Entscheidung war sehr bedeutsam. Als sie nämlich nicht mehr "in die Kirche gingen", sondern anfingen "die Kirche zu sein", konnte etwas Wunderbares passieren: Sie fanden langsam heraus, wer sie wirklich waren und was Gott auf der Erde tun wollte. Auf einmal fielen ihnen Verse in der Bibel auf, die sie vorher gar nicht bemerkt hatten. Sie waren begeistert, als sie entdeckten, dass die Jünger im ersten Jahrhundert AD genauso wie sie gelebt hatten. Nach Apostelgeschichte 2,44 waren „Alle Gläubigen [...] beisammen und hatten alles gemeinsam.“ Und Apostelgeschichte 4,32 machte es sogar noch deutlicher: „Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alles war ihnen gemeinsam.“
Die «Vine Christian Community»
Von nun an bekam es das kleine Häufchen von Jüngern mit Widersachern aus den Reihen der „religiösen Menschen“ zu tun. Jetzt war diese Gruppe nicht mehr bloß eine kleine, nette Mission für junge Leute, die den Mangel der Kirchen in diesem Bereich ausglich; nun war sie ein Phänomen für sich geworden, die „Vine Christian Community“ („Christliche Gemeinschaft Weinstock“). Sie baten die konfessionellen Kirchen weder um Spenden noch um Lehren noch um Bibelseminare noch um Anerkennung. Sie finanzierten sich einfach selbst und stellten Führer aus ihrer Mitte. Dieselben Leute, die sie ursprünglich nicht in ihrer Kirche haben wollten, waren nun beleidigt, dass sie nicht mehr kamen. Die Gemeinschaftsmitglieder verstanden eigentlich nicht, was los war und versuchten Frieden zu stiften. Doch alle ihre Versuche erwiesen sich als zwecklos. Wenn sie erklären wollten, dass sie doch nur das taten, was nach der Bibel für Gläubige normal sein sollte, machte das alles nur noch schlimmer. „Ihr meint, dass ihr die einzigen seid!“, bekamen sie darauf meist zu hören. Lügen und verleumderische Gerüchte kamen in Umlauf. Plötzlich waren sie nicht mehr so beliebt.

Nichtsdestotrotz wuchsen sie bei alledem zahlenmäßig immer weiter. So mussten sie noch ein Haus dazukaufen, um die ganzen Leute unterzubringen, die bei ihnen mitleben und arbeiten wollten. Und als ein Jünger aus einer nahe gelegenen Stadt dort auch gern ein „Yellow Deli“ („Gelbes Delikatessen“) haben wollte, schickte man eben Leute dorthin, kaufte ein Haus und suchte ein Gebäude für das Restaurant. Dann kamen noch mehr Häuser und noch mehr Delis hinzu. Nach vier oder fünf Jahren betrieb man sieben Delis in Chattanooga und Umgebung und bewohnte ein Dutzend großer Häuser. Und mit sämtlichen Gütern ging man immer noch so um wie am Anfang: Man teilte freiwillig alles, was man hatte.
Natürlich musste man mit dem Geschäftseinkommen sorgfältig buchhalten und alles dem Finanzamt mitteilen. Außerdem musste man die Mehrwertsteuer und Grundsteuer abführen, da der Meister ihnen geboten hatte, dass sie ihren gerechten Anteil am Steueraufkommen bezahlen sollten. In ihren Häusern jedoch lebte man wie eine große, glückliche Familie zusammen, wo jeder für die Nöte des anderen sorgte.
Während dieser Zeit bildete sich unter ihnen ein Kern ernsthafter Jünger mit ungeteiltem Herzen heraus. Sie waren nicht mehr „bloß eine Gruppe Jugendlicher, die Jesus lieben“. Jetzt war es mit ihrer Beliebtheit vorbei. Schwere Zeiten stellten die Hingabe jedes Einzelnen auf die Probe. Doch bei denjenigen, die blieben, stellte sich heraus, dass ihre Motivation eine feste Herzensüberzeugung war.
Vögel allen Gefieders
Viele von denen, die in der Anfangszeit zur Gemeinschaft kamen, blieben nur eine Zeit lang. Doch momentan ein Vierteljahrhundert später- sind noch über 70 dieser ersten Jünger hier und sind dem treu geblieben, der sie errettet hat. Die Jünger der Anfangszeit waren alles andere als gleichgesinnte Individuen mit ähnlichen Lebensgeschichten, die eine schöne Zweckgemeinschaft nach ihrem Geschmack suchten; sondern sie waren so eine bunte Truppe, wie man sie sich nur vorstellen kann.
Joy und Cindy kamen beide aus der High School, an der Gene unterrichtet hatte. Doch die meisten kamen nicht aus dem Raum Chattanooga, sondern in nördlicher Richtung bis aus Vermont, in westlicher bis aus Kalifornien, in südlicher bis aus Brasilien und in östlicher bis aus Indien. John z.B. brach sein Studium an der Yale University ab und zog einfach zu Fuß los. Er war entschlossen irgendwo einen Ort zu finden, an dem das Leben, von dem er in der Bibel las, ausgelebt wurde. Nachdem er über tausend Kilometer gelaufen war, begegnete er einem jungen Mann vom „Vine House“ („Weinstockhaus“). Der fragte ihn, ob er einen Platz für die Nacht brauche. Insgesamt waren rund ein Dutzend Menschen kreuz und quer durch die USA gereist, ohne zu wissen, dass es die Gemeinschaft gab. Als sie in den Raum Chattanooga kamen, erfuhren sie, dass die Leute vom „Vine House” Fremde bei sich aufnahmen. Was sie dort fanden, war für sie dann so überzeugend, dass sie für den Rest ihres Lebens blieben.
Connie, Willadeen, Al und Liz waren alle Einheimische, die sich mit 16 oder darunter für das Jüngerleben interessierten. Die Eltern von Liz erlaubten ihr gleich in der Gemeinschaft zu leben. Die übrigen mussten damit warten, bis sie 18 waren.
Im Gegensatz dazu waren da auch Leute wie Gary, ein Computeranalytiker Mitte dreißig, und Charles, ein aufstrebender, flexibler schwarzer Fabrikleiter; außerdem Eddie, der ein erfolgreiches Baugeschäft in Florida hatte, Pat, die High School-Lehrerin (etwa wie „Gesamtschullehrerin“) und Kathy, die Kantorin einer Kirche war. Dasselbe, was sie motivierte ihre Karrieren aufzugeben und stattdessen im „Yellow Deli“ („Gelben Delikatessen“) Geschirr zu spülen, faszinierte auch die neuen Jünger. Sie hörten die Worte des Sohnes Gottes mit aller Deutlichkeit und Autorität und sahen eine Demonstration seiner Liebe, die in Menschen wie du und ich verkörpert war. Sie wünschten sich mehr als alles andere in der Welt zu ihm zu gehören und wie er zu sein. John war dies mehr wert als seine Karriere als allseits beliebter, schwarzer Radiosprecher. David war es mehr wert als sein Traumjob Lehrer in einem Indianerreservat.

Danny, Linda, Bob und Deb kamen von einer christlichen Hochschule im nahe gelegenen Dayton im US-Bundesstaat Tennessee. Margo, Michael, Emily und Rose hatten in einer Hippiekommune in Altamont gelebt, was ein wenig weiter weg ist. Alle zogen sie etwa zur selben Zeit in die Gemeinschaft ein. Um unter dem großen Druck des Gemeinschaftslebens miteinander zu bestehen, mussten natürlich Menschen mit solch unterschiedlichen Lebensgeschichten die Vergangenheit hinter sich lassen; und nach ihren natürlichen Temperamenten konnten sie natürlich nicht mehr leben.
Irgendetwas brachte Ray, einen Veteran des Vietnamkrieges mit einer Vorgeschichte im militärischen Abschirmdienst, dazu, Dicky lieb zu haben, der früher Drogen nahm und transzendentale Meditation praktizierte. Irgendetwas ließ auch die Schranken zwischen Robert, einem Absolventen einer Eliteuniversität der Ivy League (Gruppe der renommiertesten Universitäten der USA), und Joe, dem Sohn eines schwarzen Feldarbeiters fallen, der die Schule in der dritten Klasse abgebrochen hatte, um Feldarbeit zu leisten.
Als Bill von seinem College geschickt wurde, um für seine Magisterarbeit über das Thema christliches Gemeinschaftsleben Recherchen anzustellen, fand er etwas. Und der ziellose Artie, der bei einem Motorradunfall verletzt wurde und kaum laufen oder einen vollständigen Satz sagen konnte, fand dasselbe. Keiner der beiden ist jemals wieder gegangen.
Auch José und Gayle war das, was sie fanden, so viel wert, dass sie ihre Mission für lateinamerikanische Fabrikarbeiter aufgaben. Patti, Alan und Susan brachte es dazu, Jünger zu werden, obwohl ihre erzkonservative Bibelschule die Gemeinschaft mit einem Verbot belegt hatte. Kirsten, Thomas und Rebecca erduldeten dafür sogar Entführung und Deprogrammierung.
Eine Bibelstelle, die Gene oft vorlas, fasste für sie alles zusammen, was sie gefunden hatten:
„Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ 1Kor 13,4-7 Revidierte Schlachter Bibel
Die nordöstliche Ecke Vermonts - das „Northeast Kingdom”
Jay ist in Massachusetts geboren und aufgewachsen. Als er mit seinem Mustang in die Südstaaten fuhr, um den Bruder seiner Verlobten zu besuchen und einen Sommerjob zu suchen, dachte er, dass er dort womöglich auf eine andere Kultur stoßen würde dabei hatte er keine Ahnung, dass er ein ganz neues Leben finden würde! Er hatte auch keine Ahnung, wer dieses Leben einmal mit ihm teilen würde.

Als er auf die kleine Gemeinschaft in der „Vine Street“ („Weinstockstraße“) von Chattanooga stieß, wollte er jedem davon erzählen. Als er nach Hause zurückfuhr um zu heiraten, versuchte er dann zu erklären, was er gefunden hatte. Er spielte dazu sogar eine Kassette vor, auf der seine neuen Freunde ihre Lieder über ihren Erretter aufgenommen hatten. Doch es schien keinen zu beeindrucken. Eigentlich hatte auch nicht die Musik Jays Herz erobert, sondern die Beziehungen.
Jays junge Frau Annette liebte ihn. Also ließ sie ihre Verwandten im Norden Vermonts zurück, um in den Südstaaten mit halb fremden Leuten zusammenzuleben. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Leute der Gemeinschaft ihr selber ans Herz wuchsen. Je mehr sie und Jay dann denen, die noch in Vermont waren, von ihrem neuen Leben erzählten, um so neugieriger wurden sie. Im Laufe der nächsten paar Jahre sprach es sich herum, in was für einer Gemeinschaft Jay und Annette lebten.
Annettes Schwester Jackie und ihr Mann Andy, der Leiter des städtischen Wasserwirtschaftsamtes, hatten sich mit Richard, dem Fernsehmechaniker des Ortes, und Steve und Gene, zwei Waldbewohnern, samt deren Frauen immer zum Hauskreis getroffen. Dann kannten sie noch zwei Männer aus einem nahe gelegenen Dorf: Maurice, einen Lieferanten, und Guy, den Inhaber eines kleinen Restaurants, die beide zu dem Entschluss gekommen waren, dass Gott wollte, dass ihre Familien zusammen wohnen und ihr Geld miteinander teilen sollten. Und dann gab es auch noch andere, die vorhatten gemeinsam in der Gegend ein christliches Rüstzentrum aufzumachen. Alle wollten sie von dem Gemeinschaftsleben erfahren, das Jay und Annette gefunden hatten. Könnte nicht jemand von Chattanooga hochkommen, ihr Pfarrer sein und sie über das Gemeinschaftsleben lehren? Also, viel könnten sie dafür bestimmt nicht bezahlen...
Nein, kam die Antwort aus Chattanooga, sie hätten keine Lehrer zum Anwerben. Stattdessen würden sie sich ein Haus in dem kleinen Dorf Island Pond suchen und drei Ehepaare würden auf eigene Kosten dort hinziehen, um das Leben, das sie empfangen hatten, zu demonstrieren. Wenn die einheimischen Familien aus Vermont sich diesem Leben anschließen wollten, könnten sie das dann gerne tun.
Sie schlossen sich der Gemeinschaft tatsächlich an und zwar 50 im ersten Jahr alle aus dem eingeschneiten Teil Vermonts, der „Northeast Kingdom“ („Nordostbereich“) heißt. Die Zusammensetzung dieser Gemeinschaft war nun anders als die der Gemeinschaften in den Südstaaten. Hier handelte es sich hauptsächlich um Leute Ende dreißig oder Anfang vierzig und nicht um Teenager oder Leute Anfang zwanzig. Außerdem hatten sie schon ältere Kinder, Landbesitz und Häuser und betrieben alteingesessene Geschäfte. Von diesen reifen Jüngern wurden manche als Älteste ernannt und es begann eine Übergangszeit. Man steckte mehr in die Geschäfte, in denen die Jünger zusammenarbeiten konnten und schloss dafür die, die dem gemeinschaftlichen Leben abträglich waren. Es stellte sich einfach jeder darauf ein, die ganze Woche Tag und Nacht gebraucht zu werden. Natürlich war dies ein großes Unterfangen. Die Gemeinschaft in Vermont brauchte daher zusätzliche Hilfe von erfahrenen Jüngern. Es dauerte auch nicht lang, bis weitere Jünger von Chattanooga hochzogen, um beim Aufbau von Geschäften, beim Unterrichten der Kinder und bei der Beschaffung von Feuerholz zu helfen. Die neue Gruppe wurde als die „Northeast Kingdom Community“ („Gemeinschaft des Nordostbereichs“) bekannt.
Dann passierte etwas Ungewöhnliches: Infolge der Todesfälle, zu denen es 1978 in Jonestown/Guyana kam, wurde der Raum Chattanooga von einer zunehmenden Antisektenhysterie heimgesucht. Der Gemeinschaft wurde vorgeworfen, dass sie ihre Kinder misshandele. Die Polizei hielt Fahrzeuge der Gemeinschaft an und bestand entgegen bestehenden Gesetzen darauf, die Kinder nach Anzeichen für Misshandlung zu untersuchen. Die Gemeinschaftsmitglieder waren sich ihrer Rechte nicht bewusst und ließen es zu, und obwohl keine Beweise gefunden wurden, war es sowohl für die Eltern als auch die Kinder eine erschütternde Erfahrung. Es gab immer wieder Entführungen von Jüngern durch Deprogrammierer, einmal sogar mit der Unterstützung der Polizei und eines ortsansässigen Richters. Diese Umstände verunsicherten die in Chattanooga verbleibenden Jünger sehr, da ja auch viele der verantwortlichen Gemeinschaftsmitglieder in den Norden gesandt worden waren, um beim Aufbau der „Northeast Kingdom Community“ mitzuhelfen. Die Gemeinschaft in Vermont öffnete von Mitgefühl bewegt- ihre Häuser, um ihren Freunden in den Südstaaten Zuflucht zu bieten. Das würde natürlich bedeuten, dass ihr bescheidenes Einkommen für viel mehr Menschen ausreichen müsste und dass sie nun auf viele gewohnte Annehmlichkeiten verzichten müssten; doch mit ansehen, wie ihre Brüder demoralisiert wurden, konnten sie auf keinen Fall. Es kam ja gar nicht darauf an, was für Schwierigkeiten sie in den Nordstaaten erwarteten, sondern nur darauf, dass sie sich ihnen gemeinsam stellten. Zur Jahresmitte 1980 waren die Gemeinschaften in den Südstaaten komplett aufgelöst und die Bevölkerung der kleinen Ortschaft Island Pond/Vermont war um fast zehn Prozent angewachsen.

Die kleine Herde
Dieter und Martin, zwei Deutsche, die zwischenzeitlich während eines Amerikaaufenthaltes zu Jüngern geworden waren, mussten in ihr Heimatland zurückkehren, weil ihre Visa abgelaufen waren. Die Vorstellung, dass diese zwei jungen Jünger Tausende Kilometer weit weg auf sich selbst gestellt sein würden, war für die Gemeinschaften in Amerika unerträglich. Daher schickten sie Gene und Marsha zur Unterstützung. Es war dann gar nicht leicht, eine Bleibe für das Ehepaar zu finden. Als Martin jedoch Gene seinen alten „alternativen“ Freunden in der kleinen Ortschaft Steinenberg vorstellte, geschah etwas Unerwartetes: Die meisten Freunde von Martin verliebten sich in den Erretter, von dem Gene redete und der sie so sehr liebte, dass er ihren Platz im Tod eingenommen hatte. Sie wollten jetzt für ihn leben. Das kleine Haus der Gemeinschaft in Steinenberg bekam nahezu über Nacht eine andere Note. Einige der früheren Bewohner, die ihre Drogen oder ihre politischen Ansichten nicht aufgeben wollten, zogen aus und Gene und Marsha hatten nun gleich eine Vielzahl an neuen Jüngern, denen sie sich widmen mussten, nicht bloß zwei. Um die Not zu decken, sandten die Gemeinschaften ein junges Ehepaar namens Arthur und Judy aus den Staaten. Sie sollten mit der kleinen Herde von Jüngern zusammenleben und ihnen lehren, wie sie allen Befehle ihres Meisters gehorsam sein sollten. Später wurden noch mehr gesandt, zur Unterstützung in vielen Bereichen.
Ein paar Jahre lang nannten die Jünger dieses Haus in
Steinenberg ihr Zuhause. Während jener Zeit suchten sie in Deutschland treu nach anderen, die für dieselbe Nachricht offen waren, die sie empfangen hatten. Wenn sie auf Märkte gingen, um ihr Brot zu verkaufen, sangen und tanzten sie da. Sie druckten Zeitschriften auf Deutsch. Sie gingen sogar auf Wanderschaft und suchten die Wege und kleinen Ortschaften ab. Doch viele schlossen sich ihnen nicht an und sie blieben eine „kleine Herde“. Dann entschloss sich die Eigentümerin des Hauses in Steinenberg es abzureißen und so waren sie plötzlich ohne Bleibe. Jetzt hatten weder sie noch ihre Freunde in Amerika die nötigen Mittel, um ein Haus zu kaufen. Klar war auch nicht, wo sie hingehen sollten. Sie fanden zwar einen Grundbesitzer, der sie auf seinem Land zelten ließ, doch es dauerte nicht lang, bis die Behörden sie aufforderten weiterzuziehen. Sie sahen ein bisschen wie die Zigeuner aus auf ihrer Suche nach einem Zuhause.
Ein Jahr lang zogen sie umher von Deutschland durch Frankreich nach Spanien und Portugal. Sie und ihre Freunde in Amerika beteten damals täglich, dass sie ein großes Haus finden
würden. Überall unterwegs fragten sie die Leute, ob sie etwas von einem großen Haus wussten, in dem niemand mehr wohnte oder ob sie Menschen kannten, die Gott von ganzem Herzen liebten. Jeder Hinweis, dem sie nachgingen, führte ins Leere. Schließlich schilderten sie ihre Lage einer Hotelbesitzerin an der Südküste von Spanien, woraufhin sie ihnen ein altes, heruntergekommenes Schloss in Südfrankreich anbot, das ihrer Familie gehörte. Der Preis war für die „kleine Herde“ unerschwinglich, doch konnte sie dort erst einmal bleiben und das Anwesen verwalten, bis es die Familie verkaufen müsste.
Als dieser Zeitpunkt nach ein paar Jahren gekommen war, war den Jüngern in Amerika allein der Gedanke, dass ihre Freunde in Frankreich nochmal ein Jahr herumziehen müssten, so unerträglich, dass sie Tag und Nacht schwer arbeiteten, um mit der Finanzierung des Hauses zu helfen. Genau zur rechten Zeit kam das Geld in Frankreich an und endlich hatte die Gemeinschaft ein eigenes Zuhause. Gleichzeitig kamen auch neue Jünger dazu und das nicht nur aus Frankreich, sondern auch aus Deutschland, Spanien und sage und schreibe- Australien.
Unvorhergesehene Ausbreitung
Mark und seinem Freund war hundert Meter vor dem Schloss das Benzin ausgegangen. Da half ihnen jemand von der Gemeinschaft und fragte sie, ob sie schon einen Platz zum Übernachten hätten; wenn nicht, dann könnten sie gerne im großen Schloss zu Gast sein. Mark beeindruckte die aufrichtige Gastfreundschaft dieses Mannes und nahm sein Angebot an.
In „Tabitha’s Place“ („Tabithas Platz“), wie das Schloss heißen sollte, hatten Hunderte von Gästen genauso wie Mark übernachtet. Er war aber anders als viele andere abgesehen davon, dass er Australier war, leuchtete ihm auch alles ein, was ihm seine Gastgeber erzählten. Er war durch das radikal andere Leben, das seine Augen sahen, angezogen. Schließlich entschloss er sich, dass er Vergebung für seine Sünden wollte und sein altes Leben aufgeben wollte, um ein Jünger zu werden. Es dauerte jedoch nicht lang, bis Mark nach Australien zurückkehren musste. Da damals niemand aus Europa entbehrlich war, schickte die Gemeinschaft in Vermont schließlich einige ihrer besten Leute, um dem neuen Jünger unter die Arme zu greifen.
In der Zwischenzeit hatten auch schon einige Kanadier von der Gemeinschaft in Vermont erfahren und waren mehrmals zu Besuch dort gewesen. Mehrere Wochen lang ließen sie sich die kompromisslose Botschaft durch den Kopf gehen, die sie gehört hatten und entschlossen sich schließlich den Preis zu bezahlen, Jünger zu werden. Jean kündigte seine Arbeit als Maschinist, Denis ließ das Verkaufen von Medikamenten sein, David kündigte bei Air Canada (Luftfahrtgesellschaft Kanadas), bei der er Pilot gewesen war und Richard gab seine Stellung als erster Buchhalter eines multinationalen Konzerns auf. Doch keiner von ihnen, außer vielleicht Richard, dessen Ehefrau eine US-Bürgerin war, konnte in Vermont leben. Also schickten die Jünger in Vermont trotz vieler Nöte bei sich zu Hause einige ihrer verantwortlichsten Leute nach Kanada, um dort den Aufbau einer Gemeinschaft zu unterstützen.
Viele Jahre lang hatte Bob, der von seinen Eltern in Brasilien aufgezogen worden war, ein tiefes Verlangen zum Ausdruck gebracht, dass die Brasilianer doch dieselbe Botschaft hören sollten, die er gehört hatte. Da er zu einem der verantwortlichsten Führer der Gemeinschaft herangewachsen war, hatte man ihn immer sehr in Amerika gebraucht. Doch letztendlich wurde der Gemeinschaft klar, dass es egoistisch wäre, ihn noch weiter bei sich zu behalten und so ließen sie ihn dahin gehen, wo sein Herz ihn hintrieb.

So nahm alles seinen Lauf. Oft wurden Jünger aufgrund schwieriger Umstände und immer unter großen persönlichen Opfern ausgesandt, um Gemeinschaften zu gründen. Das war aber ohnehin das Fundament, auf dem sie von Anfang an waren die dringlichen Nöte zu decken, an die eigene Substanz zu gehen und alles zu tun, was die Liebe verlangte. Sie hatten es sich nie bewusst vorgenommen oder geplant, ihren Glauben oder ihre Lebensart zu verbreiten. Es war schon gar nicht ihre Absicht gewesen, ein weltweiter Verbund zu werden. Dennoch gab es im Jahre 1990 in vier Ländern außer den USA Gemeinschaften, allein in Neuengland gab es mehrere und eine hatte sich im Mittleren Westen der USA niedergelassen. Im Jahre 2000 waren schon Gemeinschaften in Spanien, Deutschland, Argentinien und England sowie im Mittleren Westen hinzugekommen und an der US-Westküste und in den Südstaaten gab es auch Niederlassungen.
Verdorrte Gebeine
Genauso wenig wie die Gemeinschaft die Absicht gehabt hatte, eine weltweite Bewegung zu werden, hätte sie sich jemals vorstellen können, dass sie einmal die Erfüllung biblischer Prophezeiungen sein würde. Doch über die Jahre kristallisierte sich heraus, dass eine Wiederherstellung im Gange war und dass man zu einer geschichtlich sehr bedeutsamen Zeit lebte.
In den 70er Jahren hatten die Jünger das vage Gefühl, dass Nachfolge mehr sein musste als bloß in die Kirche zu gehen. Als sie versuchten ihren Wunsch, ein gottgefälliges Leben zu führen, in die Tat umzusetzen, fielen ihnen Aussagen in der Bibel auf, durch die sie sich bestätigt fühlten. Wenn sie über die Urkirche lasen, wurden da Menschen beschrieben, die ein radikales Leben selbstloser Liebe füreinander führten und ganz anders waren als die sie umgebende Gesellschaft. Dass es solch ein Leben in den Kirchen des 20. Jahrhunderts nicht gab, war nur allzu offensichtlich. Der Grund dafür war auch nicht schwer auszumachen. Zwischen Kirchengängern und Nichtkirchengängern gab es keinen radikalen Unterschied, weil niemand mit Autorität eine Botschaft predigte, die einem sagte, was Gott von einem will. Die Botschaft, die die ersten Jünger zu hören bekamen, verlangte von ihnen, dass sie ihre Fischernetze, Zollhäuser und ihren persönlichen Besitz aufgaben. Sie waren befehligt worden sämtliche Bande zu solchen Familienmitgliedern aufzugeben, die sich gegen ihren Entschluss kehrten, sich völlig dem Messias hinzugeben. Der Apostel Paulus hatte sogar seine Ausbildung an einer Bibelschule aufgegeben.
Doch das moderne Christentum predigte nicht solch „harte Worte“. Stattdessen pflückte es die Worte des Messias intellektuell auseinander und argumentierte einfach weg, dass man ihnen gehorchen muss.
Den Gemeinschaften in Tennessee und Vermont leuchtete auch ein, weshalb diese Botschaft mit Autorität in der heutigen Zeit fehlte man müsste nämlich selbst beständig eben dieses Leben der Selbstaufopferung und der Fürsorge vorleben, bevor man die Autorität hätte, andere zum Gehorsam aufzufordern. Dies wurde ein Hauptschwerpunkt der Gemeinschaft in den 70er Jahren: der Gehorsam gegenüber der Botschaft, die sie empfangen hatten, sozusagen das „Kehren vor der eigenen Tür“, bevor man anfing der umgebenden Welt zu predigen.
Während der 80er Jahre hielt die Begeisterung der Gemeinschaft über den biblischen Bericht von den ersten Jüngern an. Allmählich wurde ihnen klar, was die Urkirche war, nämlich nicht bloß eine Religion, sondern eine Nation (1. Petrus 2,9). Diese Nation war als Israel bekannt (Epheser 2,12). Es war eine Nation von Priestern, von denen jeder Einzelne ein Repräsentant Gottes auf Erden war; sie hatte auch eine eigene Kultur. Stück für Stück setzte sich das Puzzle wieder zusammen. Es gab im ersten Jahrhundert eine radikale Trennung zwischen der Kirche und der Welt und das mit gutem Grund: Die Nationen der Welt lebten nach dem natürlichen Recht danach, was alle Menschen in ihrem Gewissen als gut und recht anerkennen-, doch die Priesterschaft hatte ein höheres Gesetz und eine höhere Verantwortung. Beim Studium der Geschichte und des Alten Testaments wurden der Gemeinschaft verschiedene Abschnitte des Neuen Testaments bedeutend klarer. Es war also doch nichts schlecht daran, nach dem Naturgesetz zu leben. Alle, die sich abmühen, um das Richtige zu tun, können damit rechnen, von Gott eine Belohnung zu empfangen. Eine gute Moral allein reicht jedoch nicht aus, um Gottes Absicht auf Erden zustande zu bringen. Bevor der Messias auf die Erde zurückkehren kann, um sein Königreich aufzubauen, muss es ein Volk geben, das von den Nationen getrennt ist und im Gehorsam gegenüber seinen Befehlen lebt. Matthäus 24,14 und 21,43 machten das ganz deutlich.
Am Ende der 80er Jahre wurde es jedoch deutlich, dass diese heilige Nation nicht einmal auf der Erde existieren könnte ohne den Einfluss gerechter Menschen in den Regierungen Menschen, die die Religionsfreiheit und andere Grund- und Menschenrechte beschützen.
Zu Beginn der 90er Jahre fingen die Gemeinschaften an sich jeden Morgen und Abend zu versammeln, um für die Verantwortungsträger der Nationen, unter denen sie lebten, zu beten. Auch wurde ihre Botschaft viel zielgerichteter. Sie erlangten immer mehr Verständnis darüber, wie die Gesellschaft vielfach dem natürlichen Recht zuwiderhandelte so sehr, dass Gut Böse und Böse Gut genannt wurde. Es wurde ihnen klar, dass die althergebrachten Ideale -dass ein Mann schwer arbeiten sollte, eine Frau dem Mann untergeordnet sein sollte und Kinder gehorsam sein sollten- unter Beschuss waren. Die Männer strebten nach Positionen, in denen sie so viel Geld wie möglich mit so wenig Anstrengung wie möglich verdienen konnten; die Frauen forderten zumindest eine gleichwertige Partnerschaft, in der es kein klares Familienoberhaupt gab; und die Kinder wurden immer mehr sich selbst überlassen, konnten sich ihren Weg selbst suchen und ihre eigenen Werte herausbilden. Die Vorstellung von Familie wurde so weit neu definiert, dass homosexuelle Partnerschaften nun denselben rechtlichen Status hatten wie Ehen.
Es drängte die Menschen in der Gemeinschaft immer mehr dazu, anderen von dem guten, reinen Leben zu erzählen, das ihr Erretter ihnen geschenkt hatte. Sie verteilten nun nicht nur auf öffentlichen Veranstaltungen Zeitschriften und wanderten paarweise durch die Gegend, um ihre Botschaft weiterzugeben, sondern es wurde auch eine gebührenfreie Telefonnummer eingerichtet und später kam auch eine Website hinzu, über die man Antworten auf seine Fragen bekommen konnte.
Die Auflagen wurden erhöht, die Hauptveröffentlichung wurde „The Twelve Tribes Freepaper“ („Die Zeitschrift der Zwölf Stämme“) genannt und zwei regelmäßige Sonderveröffentlichungen kamen hinzu: „The Common Sense Chronicle“ („Chronik des gesunden Menschenverstandes“) über Gesundheit und Ernährung und „The Common Sense Sentry“ („Wächter des gesunden Menschenverstandes“) über aktuelle Ereignisse und Kontroversen.
Gleichzeitig kristallisierte sich ihre Kultur als Priesterschaft immer klarer heraus. Vertreter der verschiedenen Gemeinschaften versammelten sich, um über Themen wie Gesundheit, Ernährung,
Musik und Tanz zu sprechen. Es wurden regelmäßige Arbeitstreffen eingerichtet, bei denen neue Lieder und Tänze gelehrt wurden, die von Mitgliedern der Gemeinschaft geschrieben worden waren. Begabte Schriftsteller und Lehrer brachten zahllose Stunden damit zu, Geschichten zu verfassen und einen Lehrplan zu erstellen, um die Ausbildung der Kinder in der Gemeinschaft voranzutreiben. Es wurden auch verschiedene Theaterstücke geschrieben und vor Ort aufgeführt. Daneben fand auch eine Kooperation mehrerer Gemeinschaften statt, die mit ihren Theaterstücken auf Tournee gingen und in einer Reihe von Ortschaften im ganzen Nordosten und in Washington, D.C. auftraten. Einzelne Gemeinschaften führten wöchentliche Festivals ein und nahmen sich vor eines Tages ein monatliches, regionales Festival und ein Festival zu bestimmten Jahreszeiten einzuführen.
Zum Ausgang des 20. Jahrhunderts stachen den Jüngern verschiedene biblische Prophezeiungen ins Auge. Im Jesaja 49,6 hieß es:
„Es ist zu gering, dass du mein Knecht seiest, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten von Israel zurückzubringen; ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, um mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde.“
Es zeichnete sich ab, dass wenn das Heil das Ende der Erde erreichen soll (und im Matthäus 24,14 steht, dass dies geschehen muss, damit der Messias zurückkehren und das Ende dieses Zeitalters bringen kann), es eine Nation geben muss, die aus Stämmen besteht. Diese Stämme so war ihnen klar- würden nicht aus den natürlichen Nachfahren Jakobs bestehen, sondern sie würden ein geistiges Israel und eine Gütergemeinschaft gemäß Epheser 2,12 sein. Sämtliche Jünger einer Region würden jeweils einen Stamm ausmachen und die Verantwortung tragen, so zu leben, dass es ein Licht für die Menschen um sie herum sein würde. Langsam würde eine Wiederherstellung stattfinden und wie in der Vision von den verdorrten Gebeinen im Hesekiel 37- würde es eine Wiederauferstehung einer geistlichen Nation geben, deren Hoffnung am Ende des ersten Jahrhunderts vertrocknet war. Der Ausdruck davon wäre, dass ein Mitglied nach dem anderen miteinander vereint wird und dass sich so eine Vielzahl von Gemeinschaften bildet.
Die Jünger erkannten, dass dies ihre Zukunftshoffnung war, wenn sie sich ihrer als würdig erweisen würden. Doch in den letzten neunzehn Jahrhunderten hatten viele Bewegungen erst einen Aufstieg, dann den Niedergang erlebt; und keine davon hatte je den Feuereifer der Jünger des ersten Jahrhunderts erreicht, geschweige denn ihn bis an das Ende der Erde getragen. Immer waren egoistische Motive, Spaltungen, Korruption und faule Kompromisse im Spiel. Nie hatte es ein Volk gegeben, so wie Daniel es im Daniel 2, Vers 34 und 44 beschrieben hatte, das wie ein Stein ohne menschliche Hände aus dem Berg der Welt herausgehauen wurde. Immer waren fleischliche, menschliche Bemühungen im Spiel, sei es in Form von politischer Intrige, militärischer Gewalt oder propagandistischer Überzeugungskraft. Doch das Steinkönigreich der Prophezeiung Daniels kann nur durch Liebe aufgebaut werden und muss einen Zusammenhalt haben, der von einer tiefen Zuneigung herrührt, die von den Opfern kommt, die einer für den anderen gebracht hat.
Die Geschichte der Zwölf Stämme bzw. der Gütergemeinschaft Israels als eine Bewegung der heutigen Zeit hat einen kritischen Punkt erreicht: In zwölf Regionen werden gerade Gemeinschaften aufgebaut und mit ihnen verantwortliche Menschen, die seit Jahrzehnten Jünger sind. Unter ihnen entsteht eine reichhaltige Kultur. Sie haben klar vor Augen, was ihre Zukunft ist und ihre Kinder folgen ihnen im Allgemeinen nach. Ihnen steht aber ein großer Test bevor: Werden sie der Offenbarung, die Gene Spriggs am Anfang über Johannes 15,5 hatte, treu sein: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“? Die Herausforderung besteht für sie darin, sich auf den Geist der Liebe statt auf ihre eigenen natürlichen Fähigkeiten zu verlassen, so dass sie nicht dem Stolz, den egoistischen Verlangen und den faulen Kompromissen zum Opfer fallen, die bisher jede Bewegung der letzten zwei Jahrtausende zum Fall gebracht haben. Alles, buchstäblich alles, hängt davon ab...
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