Das Salz, das heute in den Supermärkten angeboten wird,
hat mit dem ursprünglichen Salz nicht mehr viel gemeinsam.
Es wurde - wie viele andere Nahrungsmittel - verändert. Die
Weiterverarbeitung in einer Fabrik ermöglicht es, dass es
heute strahlend weiß, trocken und rieselfähig ist.
Im Gegensatz zum Meersalz, dessen Körner in ihrer Größe
variieren, werden die Salzkörner des modernen"
Salzes so verarbeitet, dass sie genau durch die Löcher eines
Salzstreuers passen. Ein Produkt der modernen Konsumgesellschaft
- es sieht gut aus, ist praktisch und bequem.
Da Meersalz viele verschiedene Mineralien enthält, ist es
sehr gesund. Die graubraune Farbe ist natürlich. Sie entsteht
durch die Mineralstoffe und den Tongehalt. So sah Salz vor vielen
hundert Jahren aus, als es noch etwas Wertvolles war. Händler
brachten es von weit her und die Menschen wussten seinen Wert
zu schätzen. Heutzutage kann man Salz überall billig
einkaufen und man macht sich nicht viel Gedanken darüber.
Was hat Salz nun mit dem Evangelium oder der Kirche zu tun? Der
Sohn Gottes sagte, dass Salz gut sei (Mk 9,50). Er selbst hatte
kostbares Salz'. Wo Er nur hinging, redete Er über
die gute Nachricht vom Reich Gottes, einer neuen Gesellschaftsordnung.
Seine Worte hatten die Kraft, Menschen aus ihrem alten, egoistischen
Leben und der alten Gesellschaft herauszuholen und in einen neuen
Bund zu bringen, einen Bund mit ihrem Schöpfer und miteinander.
Durch Seine Worte entstand das reichhaltige Leben der Urgemeinde,
wie es in der Apostelgeschichte 2,42-47 und 4,32-35 beschrieben
ist. Dieses Leben entstand, weil Seine Jünger treu waren,
alles zu lehren, was Er ihnen geboten hatte (Mt 28,20). Deswegen
hatte Er zu ihnen auch gesagt: Ihr seid das Salz der
Erde."
Salz konserviert und reinigt. So wie Salz Nahrungsmittel konserviert,
wollte Er, dass durch die Jünger die vollständige
Gute Nachricht konserviert (d.h. unverändert, unverfälscht)
bliebe. Und nur durch die reinigende und letztlich heilende Wirkung
des Salzes war es möglich, dass Menschen in Frieden und Einigkeit
miteinander leben konnten (Mk 9,50).
Nur dieses Evangelium, diese Gute Nachricht, konnte das Licht
der Welt hervorbringen, das Jahschua,
der Sohn Gottes, scheinen sehen wollte. Das Licht, das Leben,
das Zeugnis, das Er unbedingt brauchte, um allen Menschen Seine
Liebe sichtbar zu machen (Joh 3,16). Er wusste, dass diese absolute
Einigkeit unter den Jüngern nötig war, um zu beweisen,
dass Er vom Vater gesandt war (Joh 17,23). Diese Einigkeit war
nicht mystisch. Sie war so real, dass die Gläubigen in allen
Gemeinden nur zusammen beten sollten, wenn sie keinen Zorn oder
Meinungsverschiedenheiten hatten! (1. Tim 2,8)
Einigkeit war der lebendige Ausdruck der Liebe, die der Geist
in die Herzen der Jünger ausgegossen hatte (Röm 5,5).
An dieser Liebe sollte die Welt erkennen, dass sie Seine Jünger
sind (Joh 13,34-35).
Die Kirche schickte sich an, ein gewaltiges Zeugnis zu werden.
Überall entstanden Gemeinden nach dem Muster der Kirche in
Jerusalem. Einigkeit war ihr herausragendes Merkmal.
Aber dann passierte etwas. Die Einigkeit unter den Jüngern
schien in Gefahr. Streitgespräche wurden immer öfter
gehört. Paulus warnte die Korinther und Philipper ihre Einigkeit
zu wahren (1. Kor 1,10; Phil 2,2-3). Er sprach vom Sauerteig (1.
Kor 5,6), der den Leib durchsäuert. Sauerteig treibt den
Teig auseinander, bildet Lufttaschen, bläht auf. Sauerteig
trennt die einzelnen Teile des Teiges voneinander. Aber - Salz
in ausreichender Menge hätte das verhindert.
War das Salz etwa kraftlos geworden? War das Evangelium nicht
mehr in der Lage zu vereinen?
Was war geschehen? War es reingewaschen" worden?
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