home weitere Artikel

Der Preis der Nachfolge

Es kostet heute genauso viel wie vor 2000 Jahren

Immer wieder kamen Leute zu Ihm, die behaupteten, Ihm nachfolgen zu wollen:

„Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst.“ Aber Jesus sagte zu ihm: „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ Dann sagte Er zu einem anderen: „Folge mir nach!“ Dieser aber sagte: „Herr, lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben!“ Jesus erwiderte: „Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!“ Und wieder ein anderer sagte: „Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen!“

Jesus erwiderte ihm: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“ (Lukas 9,57-62)

Unser Meister war mehr als entschlossen. Seine Lebensaufgabe bestand darin, Jünger zu machen und Seine Zeit war sehr begrenzt. Jeder Tag war kostbar. Dauernd gab es etwas Neues zu lernen. Er musste aus dieser Handvoll fehlerhafter, eigenbrötlerischer, doch gutherziger Männer und Frauen, die Ihm vertrauten, den Kern einer Nation machen, die all das erfüllen sollten, was Sich der Schöpfer schon immer von Seinem Volk ersehnt hatte. Aus ihnen sollte eine Nation von Dienern hervorgehen, die ein Herz und eine Seele haben. Keine starken, persönlichen Meinungen sollten sie auseinanderbringen können. Sie sollten um des Königreichs Gottes willen bereit sein, mit Ihm zu leiden und ihre eigene Bequemlichkeit aufzugeben. Sie sollten ein Volk sein, in dem sie alle ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen würden. Die Fahne der Liebe sollte über ihnen wehen und sie sollten ein Zeugnis für die ganze Welt sein.1

Jesus brauchte ein Volk von Menschen, die nichts Besseres vor- hatten, als ihr ganzes Leben Seinen Worten zu widmen. Sie sollten keine andere Lebensaufgabe haben als nur für Ihn zu leben. Schon nach einer kurzen Zeit würde Er nicht mehr bei Ihnen sein, dann sollten sie weiterführen was Er begonnen hatte.2

„Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern… UND LEHRT SIE ALLES ZU HALTEN, WAS ICH EUCH GEBOTEN HABE!“ (Matthäus 28,19-20)

Ein Volk mit einer erstaunlichen Aufgabe!

Als Seine Jünger begriffen hatten, wie sehr unser Vater sie liebte und brauchte, weihten auch sie ihr ganzes Leben dieser Aufgabe. Ein- oder zweimal pro Woche in die Kirche zu gehen, hätte nicht ausgereicht. Allein damit, dass sie ihre Häupter senkten und sich eingestanden, dass sie Sünder sind, war Ihm auch nicht geholfen. Er brauchte sie mit Haut und Haaren, ihre GANZE Zeit und ihre GANZE Aufmerksamkeit. Daher musste auch jeder, der Sein Jünger Sein wollte, das Unvorstellbare tun und richtig alles hinter sich lassen: sein Hab und Gut, seine Fischernetze, seine Karriere, seine eigenen Lebensphilosophien, Hobbys, ja, und in manchen Fällen sogar Familienbeziehungen! Und dann sollten sie so einem gesellschaftlichen Aussteiger nachfolgen, dem man nachsagte, dass Er von allen guten Geistern verlassen und ein Sektenführer sei. Sicherlich würde Er hingerichtet werden, denn Er stellte ganz offen die bestehende Ordnung in Frage.

„Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten.“ (Lukas 9,23-24)

„Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und den keine Motten fressen.“

„So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein.“
(Lukas 14,33)

Es galt für alle dasselbe — ob arm oder reich. Ein sehr reicher Jüngling trat an unseren Meister heran und fragte Ihn, was er tun müsse, um ewiges Leben zu erlangen, weil er in seinem Glauben bestätigt werden wollte. Er bekam dieselbe Antwort wie alle anderen Jünger:

„Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!“

(Markus 10,21, 28-30)

An diesen Lehrer zu glauben, war keine leichte Sache! Man müsste dafür buchstäblich alles geben! Und es gab keinen Weg zurück. Die eigenen Verwandten würden womöglich denken, dass man durchgedreht sei oder dass man sie nicht mehr liebte, indem man einfach abhaut und irgendeinem sonderbaren Mann hinterherläuft.

Seine „Gemeinschaft“ wird aus der Taufe gehoben

Obwohl der Preis der Nachfolge so hoch war, glaubten doch viele Jünger an den Sohn Gottes — zunächst Dutzende, später Tausende. Einer nach dem anderen ließ alles zurück, wie Er es ihnen vorgemacht hatte. Und sie folgten Ihm nach und Er lehrte sie das Volk zu sein, durch das Gott die Welt auf den Kopf stellen und das Feuer entfachen konnte!

Da Jesus auferstanden war, waren sie jetzt an der Reihe. Nun würde alles, was Er in Seine Jünger hineingelegt hatte, reichlich Frucht tragen. Alle begannen andere dazu aufzurufen, sich ihnen anzuschließen und dem Sohn Gottes nachzufolgen. Dreitausend kamen an einem einzigen Tag zum Glauben und -wie die ersten Jünger auch- gaben alles auf, um Ihm nachzufolgen.

„Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tag wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ (Apostelgeschichte 2,41-42)

„Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen.“ (Apostelgeschichte 2,44-46)

„Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.“ (Apostelgeschichte 4,32)

„Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.“ (Apostelgeschichte 4,34-35)

Und somit erfüllte sich eine ganz wunderbare Prophezeiung ihres Meisters (die sich einst so rätselhaft anhörte):

„Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlässt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen — und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“ (Markus 10,29-30)


Wie war es möglich, dass jeder, der ein Haus oder einen Acker aufgab, um Jesus nachzufolgen, in dieser Zeit100-fach dafür empfange? Dazu müssten 100 Hausbesitzer ihre Häuser aufgeben und sie mit allen teilen. Und kaum empfingen die Jünger den Glauben, diesen Schritt zu tun, wurden die Bedürfnisse aller gedeckt. Jetzt konnten sie sich mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft dem Königreich Gottes widmen. Das war der Preis der Nachfolge und eben dieses Zeugnis des Glaubens, des Vertrauens und der Liebe würde die Welt auf den Kopf stellen!3

Das moderne Christentum hat nichts mehr mit der Urgemeinde zu tun. Ein Jünger zu sein, bedeutete damals, buchstäblich alles aufzugeben und dem Sohn Gottes täglich nachzufolgen, um in jeder Hinsicht wie Er zu werden. Heute dagegen hat ein einfacheres Evangelium ohne echten Preis den hohen Preis der Nachfolge ersetzt. Dieses so genannte „Evangelium“ erlaubte es, dass man an seinem eigenen Leben in der Welt festhalten kann und lässt einen gleichzeitig glauben, dass man errettet sei. Doch Jesus gab Sich nie mit ein paar Brocken deines Lebens zufrieden und wird es auch nie. Und Sein Evangelium ist heute dasselbe wie vor 2000 Jahren. Die gute Nachricht ist, dass es einen Ort auf der Erde gibt, an den die ernsthaften Gläubigen im Christentum kommen können, wo sie dem Sohn Gottes nachfolgen können, wo Er ist, genau wie die ersten Jünger.4


1 Johannes 12,25; 13,34.45

2 Johannes 8,31.37.51

3 Matthäus 6,31-33; Apostelgeschichte 17,6

4 Johannes 12,26


 Home

Wer Wir Sind

Wo Wir Sind

Was Wir Glauben