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„Die Passion Christi”

— Der Rest der Geschichte

Eine bekannte Radiopersönlichkeit berichtete, was er bei einer nichtöffentlichen Vorführung der ungeschnittenen Fassung von „Die Passion Christi“ erlebt hat, bevor der Film für die Öffentlichkeit freigegeben wurde. In seinem Bericht hieß es, dass er sprachlos war und dass fast alle beim Verlassen des Kinos in Gedanken vertieft waren oder weinten. Der emotionale Effekt hat also sichtlich Wirkung gezeigt. Nun stellt sich die Frage: Was war eigentlich der Sinn der Sache?

Die Grundtenor sämtlicher Artikel, Kritiken und Interviews zum Film läuft darauf hinaus, dass die letzten zwölf Stunden von Jesu Leben, das mit Seinem Sterben am Kreuz endete, die Vergebung für die Sünden der Menschheit erwirkten. Die ganze Betrachtung geht dabei über Sein körperliches Leiden am Kreuz nicht hinaus. Der Film bringt dieses sehr deutlich zum Ausdruck.

Doch ist das alles? Hat die Bibel mehr dazu zu sagen?

Die Antwort lautet: Ja.

Um es ohne theologische Haarspalterei ganz einfach und direkt zu sagen: Man muss zwischen dem Vorgang des Sterbens und dem Sich-im-Tod-Befinden unterscheiden.

Kam der Sohn Gottes in den Tod, d.h. in einen Zustand und an einen Ort, an dem man größte Qualen erleidet, oder starb Er bloß am Kreuz und ruhte anschließend bis zur Wiederauferstehung friedlich im Grab?

Gemäß 2. Korinther 5,21 hat Gott Ihn für uns zur Sünde gemacht. Was unsere Sünden aus uns gemacht haben, das hat Er angenommen und diese Sünden nahm Er in den sicheren Tod mit. Er nahm unseren Platz im Tod ein. [1] Er wurde zu dem, was unsere Sünden aus uns machten. Die einzige Folge und Konsequenz der Sünde ist der Tod — nicht das Sterben, sondern der Tod… jener Zustand und Ort, an den man kommt, nachdem man gestorben ist. Der Tod ist der einzige Ort, an dem die Sünde behandelt werden kann. [2] Sterben ist der Übergang; Tod ist der Bestimmungsort.

Jahschua erzählte Seinen Jüngern in der Geschichte vom reichen Mann und Lazarus von diesem Ort. Er beschrieb ihn als einen Ort, an dem man Bewusstsein und Qualen hat. [3] Für einige gab es dort auch Trost. [4]

Im Lukas 16,22 sieht man, dass beide Männer starben. Wenn das Sterben bei der Behandlung der Sünde wirksam wäre, wäre die Geschichte damit vorbei gewesen. Beide starben sie, ihre Sünden wurden behandelt, Ende der Fahnenstange. Doch dies war nicht der Fall.

Jahschua sagte, dass noch etwas darüber hinaus geschah. Ab Vers 23 finden Aktionen und Reaktionen statt. Dies war sicherlich kein körperlicher Handlungsaustausch, denn der Körper beider war ja gemäß dem Brauchtum jener Zeit bestattet worden. [5] Der Rest der Geschichte findet in einem anderen Bereich statt: dem geistigen Bereich — dem Tod. In jenem Bereich gibt es eindeutig Emotionen, Bewusstsein, Wahrnehmung, Willen und Intellekt. [6]

Der reiche Mann war in Qualen, [7] und das nach dem Sterben. Das, was zum Tode führte und das, was er beim Sterben erlitt, reichte nicht aus, um seine Sünden zu behandeln. Nun erfährt er am Ort des Todes –wo die Geister der Verstorbenen sind– das, was er durch alle seine Entscheidungen entgegen der Maßgaben seines Gewissens über sich selbst gebracht hat. Es ist eine unbeschreibliche und qualvolle Tortur. [8]

Lazarus, der Arme, erfuhr etwas völlig anderes. Seine Entscheidungen brachten ihn –ungeachtet seiner schlimmen Umstände- [9] an den Ort im Tod, wo er nach dem Sterben Trost fand. [10]

Jahschua wurde zur Sünde von uns allen. Als Er so zur Sünde der ganzen Welt geworden war, fand Er keinen Trost im Tod. Er erfuhr sogar das, was jeder Mörder, Lügner, Homosexuelle und jeder, der unrein oder ungerecht ist, im Tod in alle Ewigkeit erfahren würde. Er erlitt die absoluten Todesqualen. [11]

Was erwartet alle, die die Lüge lieben und tun, nach dem Sterben, dem ersten Tod und dem Gericht? Sie erwartet ein grausamer zweiter Tod. [12] Jahschua hat das auch erfahren. Was erwartet Feiglinge, Ungläubige, Homosexuelle, Mörder, sexuell Unmoralische, Zauberer und Götzendiener nach dem Sterben und dem Gericht? Sie erwartet derselbe grausame zweite Tod. Genau das hat Jahschua als einer von ihnen durchgemacht. Als Er zu eben diesen und noch mehr Sünden geworden war, erfuhr Er in vollstem Maße, was die ganze Menschheit verdient — ob klein oder groß, ob gut oder schlecht.

Sein körperliches Leiden dauerte etwa zwölf Stunden, doch Seine größten Qualen im Tod dauerten etwa zweiundsiebzig Stunden. Kein Film der Welt könnte dem wahren Ausmaß solcher Leiden je gerecht werden. Das Geistige ist bei weitem größer als das Körperliche.

Allein die körperlichen Qualen und Leiden hervorzuheben, ohne zu verstehen, was jenseits davon geschah, heißt, den ganzen Sinn und Zweck Seines Todes, Seines Begräbnisses und Seiner Wiederauferstehung außer Acht zu lassen. Die meisten Leute, die den Film „Die Passion Christi“ gesehen haben, haben von Seinem körperlichen Leiden einen unauslöschlichen Eindruck in ihrer Seele mitgenommen. Vielleicht haben viele von ihnen das unwohle Gefühl, etwas tun zu wollen… irgendwie darauf zu reagieren. Doch wie soll man darauf reagieren? Was soll man tun? Was nun?

Sicherlich wird der Besuch der Sonntagsschule und der Gottesdienste in den nächsten paar Monaten Rekorde brechen. Vielleicht ist das ja eine angemessene Reaktion auf das, was der Film dargestellt hat. Wenn man jedoch versteht, dass die Leiden des Sohnes Gottes weit über das Körperliche hinausgingen, wird deutlich, dass ein Mensch in seinem Geist nie Frieden oder Vergebung finden wird, bis er angemessen reagiert hat — nämlich dem enormen Ausmaß Seines Opfers entsprechend.

Mel Gibson sagte, dass Jesaja 53,5 als Katalysator für den Film gedient hat. Ich weiß noch, als ich diesen Vers las, verstand ich ihn so, dass die körperlichen Prügel und Sein Blutvergießen Vergebung bewirkten bzw. Wirklichkeit werden ließen. Im Hebräer 9,22 steht, dass es ohne Blutvergießen keine Vergebung gibt. Das habe ich wiederum so verstanden, dass das Blutvergießen selbst Vergebung bewirkt. Wahrscheinlich sehen die meisten Leute die Leiden des Sohnes Gottes aus diesem Blickwinkel.

Seine körperlichen Leiden waren ja auch ungeheuerlich. Doch viele Menschen in anderen Teilen der Welt erleiden auch unvorstellbare Qualen und sterben an ihnen. Keith Richburg, einer der Geschäftsführer der Washington Post, hat ein Buch über seine vierjährige Berichterstattung Anfang der 90er Jahre über verschiedene Kriege in Afrika verfasst. Er beschreibt darin sehr lebendig mit schauerlichen Einzelheiten viele Tausende furchtbar verstümmelter Leiber, die sich seinem Gedächtnis eingebrannt haben. Tausende von ihnen hatten überhaupt nichts mit den Krieg führenden Parteien zu tun — sie fielen einfach dem Blutrausch zum Opfer.

Die Schmerzen, die der Sohn Gottes in Seinem körperlichen Leiden erfuhr, waren also nicht schlimmer als die Tausender anderer Opfer der Unmenschlichkeit, die Menschen an Menschen im Laufe der Geschichte verübt haben. Worin liegt also der Unterschied?

Ohne Sterben gibt es keinen Tod und ohne Tod kein Sterben.

Die meisten von uns haben einen gewissen Bezug zum Sterben. Man kann es sehen; man kann auch mit jemandem mitfühlen, der im Sterben liegt; manche haben es sogar ein Stück weit erfahren und können jetzt davon erzählen.

Der Tod ist eine beängstigende Wirklichkeit… der ungewisse Faktor. Man weiß, dass es ihn gibt, man kann ihn aber vor der Zeit weder sehen noch erfahren. Jeder weiß instinktiv, dass es ihn gibt und dass er einen erwartet, wenn das Sterben vorüber ist. Auch wenn mancheiner so kühn gewesen ist zu verleugnen, dass es den Tod gibt, bleibt in jedem Menschen doch dieses instinktive Bewusstsein.

Man sieht zu, wie Er am Kreuz Sein Leben aushaucht. Minuten und Stunden vergehen, dann Tage. Was passiert jetzt? Wo ist Er? Was ist passiert?

Viele, die eine rege Fantasie mitbekommen haben, haben schon Erklärungen und Theorien dazu gewagt, was während jener drei Tage und Nächte im Tod geschah. Die Bücher, die zu diesem Thema schon verfasst worden sind, könnten ganze Bibliotheken füllen. Doch nicht eines dieser Bücher hat die gewünschte Reaktion hervorbringen können, die von Vergebung kommt. [13]

Die Striemen und Wunden des Sohnes Gottes bringen uns tatsächlich Heilung, weil sie zum Sterben Seines Körpers führten. Die Mengen an Blut, die Sein Körper verlor, sorgten dafür, dass die Organfunktionen bald zum Erliegen kommen würden. Doch die Striemen und das Blut allein haben nicht die Sünde der ganzen Welt behandelt.

Die Sünde ist eine geistige Wirklichkeit, die sich äußerlich auswirkt. Sie muss geistig behandelt werden. [14]

Durch das brutale Sterben des Sohnes Gottes kamen Seine Organfunktionen zum Erliegen, so dass Er –oder das, was Ihn ausmachte- Sich in die äußersten Schrecken des Todes begeben könnte, wo Er das erfuhr, was sonst jeder Mensch erfahren muss, um so für seine eigenen Sünden zu bezahlen.

Das ganze Leiden, das die Menschheit eigentlich für ihre Sünden erleiden muss, hat der Sohn Gottes erlitten — bis zum Äußersten. Dies war auch der Grund, weshalb Er geboren wurde — damit wir diese Schrecken nicht erfahren müssten. Er hatte keinen Widerstand in Sich und aus diesem Grund konnte Er in einem endlichen Zeitraum für die unendliche Schuld für die Sünden der ganzen Menschheit bezahlen. [15]

Nachdem Er Sein Werk im Tod und im See von Feuer und Schwefel beendet hatte, erfuhr der Sohn Gottes noch ein geistiges und körperliches Phänomen. Er –oder das, was Ihn ausmachte- wurde mit Seinem Körper wiedervereinigt. Dann wurde diesem Körper der Atem des Lebens eingehaucht, damit Er in alle Ewigkeit leben könnte. Da Er ohne Schuld war, konnte der Tod Ihn nicht festhalten. [16] So wurde die Sünde ein- für allemal behandelt. [17]

„Dann ist Er also am Leben und irgendwo im Himmel. [18] Wie soll ich das bloß alles verarbeiten? Was hat Er Sich dabei erhofft? Was erhofft Sich Gott? Und was nun?“

Die Menschen verspüren beim Verlassen des Kinos ein Bedürfnis und einen Drang, dem Film Taten folgen zu lassen… bloß wie?

Wenn das, was wir jetzt wissen, unser Herz erreichen kann, dann wird es uns dazu bringen, denjenigen zu lieben, der für uns so viel durchgemacht hat. Diese Liebe rührt daher, dass man begreift, dass Er Sein ganzes Leben für uns aufgeopfert hat und sie bringt einen dazu, dasselbe für Ihn tun zu wollen. [19]

Alle in Jerusalem, die begriffen und die im Herzen getroffen waren –nicht nur in ihren Gefühlen- taten das, was alle wahren Jünger tun. [20] Ihre Reaktion war mit dem Opfer des Sohnes Gottes vergleichbar — Leben für Leben. Keine andere Reaktion ist angemessen.

Bitte melde dich bei uns, wenn du mehr über diejenigen erfahren willst, die jeden Tag auf das Opfer für die Sünde der ganzen Menschheit die richtige Antwort geben! Unsere Adressen und Telefonnummern sind auf der Rückseite dieser Zeitschrift abgedruckt. Wir laden dich ganz herzlich ein uns unter der Adresse zu besuchen, die für dich am günstigsten ist.



[1] 2. Korinther 5,15

[2] Römer 6,23

[3] Lukas 16,19-31

[4] Lukas 16,22,25

[5] Lukas 16,22

[6] Lukas 16,23-31

[7] Lukas 16,23

[8] Lukas 16,23-26

[9] Lukas 16,20-22

[10] Lukas 16,22.25

[11] Apostelgeschichte 2,24.27.31; Psalm 16,10; Jesaja 52,10

[12] Hebräer 9,27; Revelation 19,13-14; 21,8

[13] Jesaja 53,10-11

[14] Hebräer 9,27-28; 2. Korinther 5,21

 

[15] 1. Johannes 8,51; Lukas 19,10; Apostelgeschichte 2,24; Johannes 12,27

[16] Apostelgeschichte 2,24; Johannes 20,19-31

[17] Hebräer 10,12

[18] Apostelgeschichte 1,1-11

[19] 2. Korinther 5,14-15

[20] Lukas 14,33; Apostelgeschichte 2,37-47; 4:32-37


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