home weitere Artikel

Fleischwerdung

Der Heilige Geist kann nicht auf der Erde existieren ohne einen Körper, in dem Er wohnen kann. Als Er an Pfingsten kam, bestand Seine eigentliche Aufgabe darin, in diesen 120 Jüngern, die auf Ihn gewartet hatten, verkörpert zu werden.


Dem Meister nachfolgen

Er bekam immer Ärger mit den religiösen Führern Seiner Zeit. Fast alles, was Er sagte und tat, beleidigte sie. Sie waren schlicht eifersüchtig. Große Menschenmengen scharten sich um Ihn herum, sie hingen an jedem Seiner Worte. Sie wollten gar nicht mehr nach Hause gehen… Manche von ihnen gingen tatsächlich nicht mehr nach Hause. Einer nach dem andern bildete sich eine kleine Gruppe um Ihn herum. Eine kleine Gemeinschaft entstand allmählich. Ein Dutzend besonders auserwählter Männer fing an, Tag und Nacht mit diesem Mann zusammenzuleben. Da waren noch andere Männer und Frauen, die auch in Seiner Nähe blieben, um sich um die verschiedenen Nöte zu kümmern, die in dieser kleinen Gemeinschaft auftraten. Sie nannten Ihn „Meister“ oder „Rabbi“ (Lehrer). Als sie in Judäa von Stadt zu Stadt zogen, folgten ihnen die, die wirklich den Willen Gottes tun wollten, gleich mehrere Tage am Stück nach. Wenn der Meister dann aber zur nächsten Stadt weiterzog, schickte Er die meisten zurück nach Hause.

Das Fundament

Es war noch nicht an der Zeit, dass alle zusammen sein konnten. Diese Zeit würde noch kommen. Zuerst musste noch etwas absolut Lebensnotwendiges geschehen. Der Meister würde das Vorbild und das Fundament werden, auf das alles Jüngersein in der Zukunft aufbauen würde – Er musste sterben. Diejenigen, die Gottes Willen nicht tun wollten, würden Ihn letztendlich töten. Einmal hatte Er gesagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12,24)

Zusammenkommen

Was war nun die Frucht, von der Er sprach und warum würde sie so reichlich sein? Die unverkennbare reichliche Frucht Seines Todes und Seiner Auferstehung würde ein Volk sein – nicht irgendein gewöhnliches Volk, sondern Menschen, die zusammenleben und einander lieben, so wie Er sie geliebt hatte. Die, die willig waren, Gottes Willen zu tun, würden was werden? Seine Familie! „Die, die den Willen Gottes tun, die sind Meine Familie…“ (Markus 3,31-35) Dies ist der einzige Ort, an dem man Gottes Willen tun kann. Es bedarf nämlich einer Gemeinschaft, um Gottes Willen zu tun. Man braucht Brüder, Schwestern, Mütter und Väter, die sich in Gemeinschaften zusammenschließen, um Gottes Willen zu tun.

Die Fleischwerdung Christi in einem Volk

Apostelgeschichte Kapitel 2 und 4 schildern recht lebhaft, wie das Gemeinschaftsleben in Jerusalem aussah, wo die erste Messianische Gemeinschaft gegründet wurde. Dies war das erste Zeugnis vom Leib Christi. Ein Zeugnis ist etwas, was einen Beweis liefert. Das Leben im Leib war die Fleischwerdung Christi in einem Volk, nachdem Er in den Himmel aufgefahren war. Das Verhalten der ersten Gemeinschaft konnte von denjenigen, die um sie herum in Jerusalem lebten, leicht beobachtet werden:

„Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war.“ (Apg 2,44-45)

„Die Menge derer aber, die gläubig geworden, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein eigen sei, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus ab; und große Gnade war auf ihnen allen. Denn es war auch keiner bedürftig unter ihnen, denn soviele Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Preis des Verkauften und legten ihn nieder zu den Füßen der Apostel; es wurde aber jedem zugeteilt, so wie einer Bedürfnis hatte.“

(Apg 4,32-35)

Sein Geist in einem Leib

Sein Leben in einem Volk war das Zeugnis und die Demonstration der Liebe, die in ihre Herzen ausgegossen worden war, als sie den Heiligen Geist empfangen hatten. Der Gemeinschaftsfaktor war nicht ausgelassen worden in diesem ersten Sich-Ausdrücken des Heiligen Geistes. Apostelgeschichte Kapitel 2 und 4 war die Offenbarung des Heiligen Geistes auf der Erde. Das Ergebnis war die Bildung eines sichtbaren Leibes, die Fleischwerdung Seines Geistes, in welchen man durch die Taufe eintreten konnte . Es war ein greifbarer Leib, kein mystischer Leib. Der Heilige Geist kann nicht auf der Erde existieren ohne einen Körper, in dem Er wohnen kann. Er ist kein vom Körper losgelöster Geist. Als Er an Pfingsten kam, bestand Seine eigentliche Aufgabe darin, in diesen 120 Jüngern verkörpert zu werden, die im Gehorsam zu den Anweisungen des Meisters auf Ihn gewartet hatten. Das Ergebnis war die Bildung des Leibes Christi als ein lebendiger geistiger Organismus, der sich aus dieser ursprünglichen Keimzelle heraus organisch entwickeln und vermehren würde.

Der greifbare Leib

„Greifbar“ ist etwas, das eine anfassbare oder physische Gestalt oder Substanz hat. Ein Körper ist ein Organismus, der von Kopf bis Fuß untrennbar verbunden ist und fortlaufend in sich selbst abgestimmt ist. Er ist nicht ein zerstreutes Sortiment bestehend aus voneinander losgelösten Anhängsel .

Das Leben des Leibes ist genau so, wie es Paulus im 1. Korinther 12,12-13 beschreibt und in das man als Jünger eintaucht . Jemand wird ein Glied Christi, indem er in den greifbaren Leib Christi eintaucht (was die eigentliche Bedeutung der Taufe ist) . So wie 1. Korinther 1,13 beschreibt, ist ein greifbarer Leib nicht zerteilt. Wie könnte er auch zerteilt sein und dennoch leben? Ein Leib besteht –genau wie der menschliche Körper– aus vielen Gliedern, die ihre Befehle vom Kopf bekommen .

Als Paulus den Leib Christi im 1. Korinther 12,12-27 mit einem menschlichen Körper verglich, sprach er von der praktischen, ununterbrochenen Teilnahme jedes Gliedes. Der Leib Christi ist kein mystischer Leib, sondern ein vereinigter greifbarer Leib.

Die Heilige Nation

Wo kann man diese Gemeinschaft heute finden? Was ist der Leib Christi? Was ist eine heilige Nation? Dies war den Gläubigen des ersten Jahrhunderts ein geläufiger Begriff, aber den heutigen Christen nicht mehr. Der Leib Christi war, so wie es die Apostel verstanden, ein Bündnis aus zwölf selbstregierten/autonomen Stämmen.

Doch die Begriffe „heilige Nation“ und „Leib Christi“ sind soweit systematisch „mystifiziert“ worden, dass es keine praktische Realität mehr ist, dass das Leben Christi in einem vereinigten, greifbaren Leib oder einer geistigen Nation ausgelebt wird. Spätestens im zweiten Jahrhundert hörten die, die sich Gläubige nannten, auf in Gemeinschaft zu leben und hinter dem Leib Christi steckte keine objektive, sichtbare Wirklichkeit mehr. Es wurde zu einem gedachten Begriff herabgewürdigt. Der Begriff „Leib Christi“ muss für heutige Christen entmystifiziert werden, damit die Ernsthaften den überzeugenden Beweis sehen können, dass Christus wirklich in einem Volk auf Erden lebt. Die Christen haben mit der allgemein gültigen Glaubenslehre leben müssen ohne das übersprühende Leben der ersten Gemeinschaften. Jahrhunderte lang ist ihnen ja nichts anderes gelehrt worden in sämtlichen päpstlichen Nachschlagewerken, Predigten, im Katechismus und den systematischen Theologien. Doch Gott schafft ein Zuhause für die Einsamen. Die, die sich danach sehnen, Gottes Willen zu tun, können jetzt einen Einblick in dieses Zuhause, diesen Leib, bekommen und Teil Seiner greifbaren Familie werden.


 Home

Wer Wir Sind

Wo Wir Sind

Was Wir Glauben

E-Mail