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Natur & Unabhängigkeit

Es gibt ja so viele unterschiedliche Lebensformen, aber dann wiederum gibt es doch nur zwei Wege zu leben - für sich selbst zu leben oder sein Selbstleben aufzugeben.
Bevor ich zur Gemeinschaft in Klosterzimmern kam, hatte ich für mich selbst gelebt. Auch wenn ich das nicht wollte, habe ich das immer wieder getan.
Zuletzt lebte ich mit einer Frau namens Lisa in der Nähe eines kleinen Bergdorfes in der Lombardei, am Rande der Südalpen, inmitten der wunderschönsten Schöpfung Gottes.
Wir versorgten uns teilweise selbst mit Gemüse, Obst, Milch, Käse. Wir lebten in kleinen Steinhäuschen, es gab viele freilaufende Ziegen und frisches Quellwasser. Selten fuhren Autos, manchmal eines am Tag - das war der Schäfer, der auf der anderen Seite des Flusses lebte. Wir hatten wenig Strom von einer Solarpaneele.
Das war meine größte Vision, im Einklang mit der Natur zu leben, das war für mich Wahrheit leben.
Das war nachdem ich in Deutschland mit weiteren ca. 60 Menschen in einem Bauwagen am Waldrand der Stadt Tübingen auf illegalem Boden meine Erfahrungen gemacht hatte, in einer freien aktiven Schule versuchte mit Menschen in eine andere Richtung zu gehen, alternative Lebensformen lebendig sein zu lassen.
Gelegentlich arbeitete ich auf einem Biohof, praktizierte viel und ernsthaft Yoga, suchte Heilung, Wahrheit, Frieden in mir, unter uns Menschen, doch war ich immer wieder mit Krankheit konfrontiert, mit Trennung, mit Sehnsucht nach innerer Freiheit und konnte das alles manchmal in Momenten finden, doch nirgendwo fand ich ein wahres Zuhause, wahre Heilung von tief innen. Immer wieder erlebte ich Not und mir rutschte der Boden unter den Füßen weg.
Ich versuchte mich doch immer wieder in den Bergen niederzulassen, weg von der kranken Gesellschaft, die mich oft bedrohte zu leben, mich niederzulassen, doch nach einigen Monaten spürte ich immer wieder, dass mir Gemeinschaft fehlte. Öfters kamen Bekannte aus Deutschland, doch wir lebten dort zu dritt. Ich erkannte, dass die Natur nicht die wahrhaftige Quelle des Lebens ist, Beziehung leben war immer wieder kompliziert. Mein Gewissen fing an zu mir zu sprechen, in der Stille der Berge kommunizierte es mir meine Verantwortungslosigkeit. Ich fühlte mich schlecht über meine selbst genommene Unverbindlichkeit, ich spürte, dass mein Schöpfer dies nicht für mich beabsichtigte. Ich wünschte mir tief in meinem Herzen nichts mehr wie tiefe Verbindlichkeit, endlich zu wissen wohin ich gehöre, ich wollte nicht mehr Manipulator meines eigenen Lebens sein, ich wollte Gottes Willen und seine Absicht lebendig sein lassen. Ich wollte Geistigem, das was sich in uns Menschen in unseren Herzen bewegt, Ausdruck geben, ich wollte nirgendwo anders als im Leben zu Hause sein. So oft spürte ich meine Unfähigkeit offen zu sein, zu geben; meinen Nächsten, die Menschen, die ich am liebsten hatte, zu lieben. Wir gaben uns gegenseitig viel eigenen Raum, spirituelle Freiheit für uns selbst, Verständnis für unsere Grenzen und waren damit oft so einsam. Obwohl ich äußerlich los ließ, ohne Krankenversicherung, ohne einen sicheren Arbeitsplatz und mit wenig materiellen Dingen lebte, hatte ich immer wieder Angst in mir, die über mich herrschte, mir erschien immer öfter nur noch der Moment wahr. Ich wusste immer weniger, was ich eigentlich tun sollte, hatte so oft keinen Halt, ich trennte mich von meinen Mitmenschen, da in mir Stolz regierte, Selbstgerechtigkeit, Wertlosigkeit. Den Menschen, der mir am Nächsten war, verletzte ich dadurch immer wieder aufs Neue. Ich machte ihn so oft so wertlos und das ließ mich gefangen und so verzweifelt sein.
Ich begegnete öfters der Sehnsucht nach einem neuen Leben, nach einem neuen Anfang. Sehnsucht nach etwas, das ich nicht kannte.
Im Sommer vor zwei Jahren fuhr ich nach Deutschland und besuchte die Gemeinschaft der Zwölf Stämme. Ich ging hier nicht wieder weg, da ich endlich mein Zuhause finden konnte. Die Menschen ließen mich nicht los, sie sprachen von Liebe zu ihren Nächsten und lebten genau das, was sie sagten. Sie waren mir vertraut, obwohl ich sie nie gesehen hatte. Sie sprachen von Jahschua, dem Sohn Gottes, der gekommen war auf die Erde, um für sie in den Tod zu gehen, damit sie frei sein konnten von ihren Sünden, von der Trennung von Gott, zu dem, der sie gemacht hat.
Ich spürte mit jedem Tag mehr, wie ich genau dorthin wollte, zu dieser Verbindung zwischen mir und ihm. Ich spürte immer mehr, wie sehr ich Vergebung brauchte für mein sündiges Leben. Nichts anderes war mehr wichtig. Ich kämpfte mit der Zivilisation, mit dem in Häusern leben, der Elektrizität, den Autos um mich herum, doch wusste ich, ich kann mich nicht mehr verstecken, denn das ist meine letzte Chance unserem Gott zu zeigen, wie sehr ich ihn brauche. Nie hätte ich diese Lebensform, rein äußerlich betrachtet, gewählt, nie wollte ich stadtnah in Deutschland mit so vielen Menschen leben, doch das, was sie lebten, war viel wertvoller, als alle Äußerlichkeit. Da waren Menschen, die wahre Freunde werden wollten, nicht nach ihrem eigenen Vorteil streben wollten, sich treu sein wollten und wussten sie schaffen das niemals alleine in eigener Kraft. Menschen, die offen, ehrlich und echt sein wollten und genau so wollte ich werden.... Ich wollte in der von Gott gegebenen Ordnung leben lernen, gemeinsam mit ihnen seine Schöpfung achten, denn das ist sein höchstes Gebot, die Gemeinschaft zu seiner Schwester und seinem Bruder bewahren, dafür mit ganzem Herzen zu kämpfen und gemeinsam die Ressourcen der Erde zu achten und dafür dankbar zu sein. Diese Menschen erkannten, dass sie dazu einen Wegweiser brauchen...
Ich könnte Dir noch so viel mehr schreiben, doch schöner wäre es, Du würdest eine Weile bei uns bleiben, ich denke das könnte Dir helfen. Ich würde Dir so gerne geben, was ich gefunden habe.


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