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Im Kreis der Jünger

FRAGE: Eines Sonntagmorgens, als ich in die vertrauten Gesichter um mich herum blickte, die trotz ihres materialistischen und unmoralischen Lebensstils keinen Anschein von Schuld hatten, musste ich mir einfach die Frage stellen: „Ist jeder, der Jesus als Herrn bekennt, wirklich errettet?”

ANTWORT: Jesus sagte: „Jeder, der den Willen Gottes tut, ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.”

Das Wort „tut” bedeutet „zustande bringen”, „das Ziel erreichen” und das hervor- oder zustande bringen, wofür jemand errettet worden ist1. Ein Jünger zeigt dadurch, dass er den Willen Gottes tut, dass Gott sein Vater ist, genauso wie jemand, der den Willen Satans tut, zeigt, dass Satan sein geistiger Vater ist2.

Der Kreis der Jünger, die dem Meister nachfolgten, war ihm vollkommen gewidmet. Er hatte sie zur Jüngerschaft berufen. Dies erforderte, dass sie alle bisherigen Beschäftigungen und –wenn nötig- auch ihre Familie aufgaben3. Die Tragweite dessen wird deutlich, wenn man liest, was ihr Meister im Matthäus 10,34-39 und im Lukas 14,26-33 sagte. Jesus verlangte von ihnen, dass sie sich von allem abwandten, was sie von ihrer Berufung ablenken würde. Sie sollten alle Bindungen zu ihrem vorherigen Leben abbrechen, sogar Familienbeziehungen, wenn diese sie davon abhielten, Ihm nachzufolgen und Seinen Lehren zu gehorchen.

Dies war die Gute Nachricht, die der Meister dem „reichen Jüngling” im Markus 10,17-30 verkündete, als dieser Ihn fragte, was er denn tun solle, um ewiges Leben zu erlangen.

Nur Seinen Jüngern gewährte Er ewiges Leben4. Diejenigen, die seinem Ruf folgen, sind die Berufenen und Auserwählten, die durch ihren Gehorsam beweisen, das sie die Treuen von Offenbarung 17,14 sind.

Eine Bindung ist eine einschränkende Kraft bzw. ein einschränkender Einfluss. Sie ist die Macht, Unabhängigkeit bzw. freie, unabhängige Handlungen oder Entscheidungen einzuschränken. Sie ist eine Einschränkung durch Autorität oder, was noch stärker ist, durch Verpflichtung. Jesus konnnte sich unmöglich diesen Einflüssen aussetzen oder sich in Verpflichtungen verstricken und gleichzeitig die neue Familie ins Leben rufen, für die Er gekommen war - zumindest nicht die Familie, die den Willen Gottes verkörperte, deren Name (d.h. deren Identität) für den Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes steht. Man braucht so eine Gemeinschaft oder Familie, um Jünger zu machen und zwar muss der entscheidende Faktor bei der Aufnahme in diese Familie der Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes sein. Nachfolge bedeutet die völlige Aufgabe aller anderen Dinge und aller anderen Bindungen.

F: Ich hörte doch tatsächlich einmal einen Prediger sagen: „Bin ich froh, dass wir nicht in den Tagen von Hananias und Saphira leben; sonst wären wir schon alle tot!”

Schenkt Gott den Hananias und Saphiras von Heute ewiges Leben, die sagen, sie seien Christus ergeben, aber nicht wirklich alles aufgeben?

A: Ewiges Leben ist ein Geschenk, doch wem gibt Er es?

Bedenke, wie der Meister im Markus 1,14-20 das Evangelium predigte! Er rief die Männer dazu auf, alles hinter sich zu lassen, was sie gerade taten und Ihm nachzufolgen. Was Er diesen Männern zu geben hatte, wurde ihnen umsonst gegeben. Doch es wurde nur denen gegeben, die willig waren Ihm zu gehorchen.

Das Königreich Gottes – was könnte es Wichtigeres geben? Wenn jemand etwas anderes als wichtiger betrachtete als das Königreich Gottes, dann war das Geschenk verwirkt5. Es gab nur eine Möglichkeit, des Königreiches würdig zu sein: nämlich indem man wie der Meister wandelte und Ihm nachfolgte6. Dadurch, dass die ersten Jünger wie der Meister wandelten, entstand unter ihnen ein gemeinschaftliches Leben. Das gemeinsame Leben, das sie mit ihrem Meister hatten, resultierte in einem gemeinschaftlichen Leben der Jünger und dieses war ihnen mehr wert als alles in der Welt7. Dieses gemeinsame Leben hatte einen höheren Stellenwert als alle anderen Ambitionen oder Beziehungen. Sie rissen sich von allen Familien- oder Geschäftsbindungen los, die sie eingeschränkt hätten, ihrem Meister nachzufolgen, denn anders konnte Er sie nicht von den Fesseln der Sünde und dieser Welt befreien8. Genauso ist es heute auch.

F: Als Christ wurde ich immer gelehrt, dass die radikalen Forderungen bzw. “harten Worte” nur für damals galten, aber wenn doch Jesus dergleiche ist gestern, heute und in alle Ewigkeit, wie es im Hebräer 13,8 steht, warum sollten sie dann heute nicht mehr gelten?

A: Die radikale Forderung, die der Meister im Lukas 14,26-27 an Seine Jünger stellte, bestand darin, dass sie erst einmal Vater und Mutter und sogar ihr eigenes Leben hassen mussten, um würdig zu sein die radikale Forderung im Johannnes 12,25-26 zu erfüllen. Es steht dort nämlich, dass diejenigen, die Ihm nachfolgen, Ihm dort dienen müssen, wo Er ist. Ihm dort zu dienen, „wo Er ist” heißt, in Seine sichtbare Gemeinschaft von Jüngern zu kommen und ein gemeinsames Leben miteinander zu führen. Dieses gemeinsame Leben bringt die Frucht des Königreichs hervor.

Als die Juden den Messias verwarfen und kreuzigten, wurde das Königreich von ihnen genommen9 und denen gegeben, die Ihn wirklich lieben würden (d.h. Ihm gehorchen würden, wie es im Johannes 14,21 steht). Keiner würde das Königreich ererben außer diejenigen, die die Frucht der Liebe tragen würden. Man muss dem Evangelium gehorchen10, um diese Frucht zu tragen. Der Kreis von Jüngern, die die gute Nachricht von Gottes Liebe empfingen, bildeten die neue Gemeinschaft außerhalb vom abgefallenen, alten Weinschlauch. Die Welt konnte die Frucht des Königreiches sehen und schmecken, weil auf den Ruinen des alten Israels eine neue Nation geformt wurde. Dieses Leben der Liebe war das Zeugnis, das Gottes Absicht offenbarte -nicht nur Seine Absicht für das alte Israel, sondern für Menschen aus allen Nationen. Christus machte Nachfolge zur Voraussetzung für Errettung, und das rief die neue Familie von Galater 3,26-29 und Offenbarung 5,9-10 ins Leben. Nachfolge bringt die neue Familie hervor, welche die Frucht des Königreiches trägt.

Die radikalen Forderungen, die Jesus an Seinen Kreis von Jüngern stellte, galten nicht nur für die Zwölf oder die 120. Sie galten auch nicht nur für die 3000, die an Pfingsten errettet wurden. Tatsache ist, dass die gleichen Gebote, die von den Aposteln verkündet wurden, uneingeschränkt und kompromisslos für alle gelten, die Ihm nachfolgen11.

Um ihrer Zukunft willen starb ihr Meister, d.h. damit sie das Zeugnis vom Königreich Gottes werden konnten, indem sie Seinen Geboten wie z.B. Lukas 14,33; 12,22-32 und Johannes 12,25-26 gehorchten. Diese Verse sind nur einige wenige der vielen Gebote, die Er Seinen ersten Jüngern gab, ein Teil der „vielen anderen Worte“ in Apostelgeschichte 2,40, die man hören und empfangen musste. Vorher wäre es gar nicht möglich gewesen, jemanden in den Leib hineinzutaufen und mit dem Heiligen Geist zu versiegeln12.


F: Es war für mich unübersehbar, dass es im Christentum zwei verschiedene Kategorien gibt: die „einfachen Gläubigen“ und die ernsthafteren Jünger. Doch kann es wirklich zwei verschiedene Maßstäbe des Gehorsams geben, einen für Gläubige und einen für Jünger?

A: Das Evangelium unseres Meisters erklärt den Maßstab der Nachfolge. Das Evangelium duldet in der Frage, wer ewiges Leben empfängt, nicht zwei verschiedene Maßstäbe. Alle, die hören, müssen denselben allgemein anerkannten Maßstab des Gehorsams einhalten. Deshalb wurden durch den Heiligen Geist an Pfingsten und selbst in der Apostelgeschichte 16,31-34 viele andere Worte vorausgesetzt, bevor Er Sich ihnen anvertrauen konnte13.

Es gibt nur einen Maßstab der Nachfolge. Wie kann es möglich sein, dass es zwei verschiedene Maßstäbe gibt, aufgrund derer man ein Jünger werden und ewiges Leben empfangen kann? Dann wäre ja Gott geteilter Meinung und die Menschen in der Welt würden sehen, dass Gläubige nach widersprüchlichen Maßstäben leben. Sie würden dann sehen, dass manche Gläubige in Saus und Braus leben und dass andere in derselben Stadt bitterarm sind. Sie würden sehen, dass Christen verschiedener Nationen gegeneinander Krieg führen, wo doch eigentlich alle zu „demselben“ Gott beten.

Die Wahrheit ist, dass wir Lukas 14,26-33, Markus 10,17-30, Lukas 18,29 und Matthäus 19,29 gehorchen müssen. Dieser klare Maßstab wird in drei Evangelien erklärt und das vierte fasst sie im Johannes 12,25-26 zusammen. Das Evangelium verlangt von keinem, dass er seine Familie, Frau oder Kinder hasst oder verlässt, wenn sie ihm nachfolgen und auch aus der Welt herausgerettet werden, nachdem sie gehört haben, was die Voraussetzungen sind, um ewiges Leben zu bekommen, wie in der Apostelgeschichte 16,31-34. Unser Meister verlangt absolute, unerschütterliche Treue dem Evangelium und Seinen Geboten gegenüber14.

Nur in einer Gemeinschaft, kann man nach dem 1. Johannes 3,14 und 16.23 leben. Der Maßstab der Nachfolge kann man nur nach einem Verhaltensmaßstab ausleben, nicht nach zweien. Markus 10,29-30 ist absolut und stellt keine Abweichung von dem Maßstab des Wortes Gottes dar. Man muss einfach die enorme Tragweite der Worte des Meisters begreifen: Sie umfasst alles, was man hat — den ganzen Besitz, alles, was einem gehört, alle Verwandten, sogar Frau15, Vater und Mutter16, Kinder, Brüder und Schwestern, ja, sogar, das eigene Leben, wie Lukas 14,26-27 sagt.

Das Selbstleben muss also sterben.

Ist der Preis zu hoch? Aus Apostelgeschichte 2,44-45 und 4,34-47 können wir lernen, was man mit seinem Besitz zu tun hat, wie es im Markus 10,29-30 steht. Der reiche Jüngling in Vers 17 verlangte ewiges Leben, aber er ging traurig weg. Er empfing nicht was er gerne gehabt hätte (nämlich ewiges Leben), weil er nicht bereit war, seinen ganzen Besitz aufzugeben. Dies zu tun, ist jedoch unerlässlich — es ist Teil des Gehorsams, der im Matthäus 28,18-20 von allen Jüngern abverlangt wird. Dies ist das Evangelium, das zum ewigen Leben führt. Selbst wenn jemand nichts und niemand hat, so hat er doch zumindest sein eigenes Leben17.

F: Wie kann meine Kirche das Zeugnis sein, auf das Jesus von uns wartet, damit das Ende kommen kann?

A: Jeder, der Lukas 14,26-33 gehorsam ist, tut dies nicht nur, um sein eigenes Leben aufzugeben, sondern auch um das Königreich Gottes zu erlangen. Matthäus 24,14 verkündet, dass es kommen wird, denn wenn Menschen wirklich auf das Evangelium reagieren, kommen sie in ein gemeinschaftliches Leben der Liebe hinein, dessen Licht ständig größer wird, bis es alle Nationen erreicht. Um Seinetwillen und um des Königreichs willen lässt man alles zurück, einschließlich aller egoistischer Bestrebungen, um Teil einer neuen Familie zu werden18, der Familie von Markus 3,34-35 mit Brüdern und Schwestern, Müttern und Kindern. Genau wie in den Tagen des Meisters war das Zusammenleben mit Ihm eine Gemeinschaft von Jüngern und sie hatten ein gemeinsames Ziel und ein gemeinsames Schicksal: die Erfüllung des prophetischen Wortes19. Der Bund, den sie schlossen, um dieses Ziel zu erreichen, ging so weit, dass Seine Jünger sich darauf einstellen mussten, dasselbe wie Er zu erleiden — sogar Verfolgung oder Hinrichtung20. Wie Matthäus 10,38 sagt:

„Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.“21 Nur eine Gemeinschaft kann dieses Zeugnis sein und dieses sichtbare Leben auszudrücken, das Gottes Liebe für die Welt beweist. Teil dieser Gemeinschaft sein zu dürfen ist schon in diesem Zeitalter unsere Belohnung – unter Verfolgungen22.



Das Hundertfache von dem, was sie aufgegeben hatten, erhielten alle die, die ihre Familie zurückgelassen hatten: neue Brüder und Schwestern, Eltern, Mütter, Kinder, Bauernhöfe und Äcker. Die, die alles aufgaben, waren nicht der Trostlosigkeit oder Einsamkeit überlassen oder gezwungen, Sozialhilfe zu beantragen oder stempeln zu gehen. Das ist ja nicht im Sinne der Nachfolge. Er hat uns in eine neue Familie hineingerufen, als Zeichen, dass sein Königreich auf Erden kommen wird. Es wird in Fülle ausgedrückt, wenn der König zurückkehrt – wenn der Himmel sich auftut und Seine Engel Seine Auserwählten von den vier Enden der Erde sammeln23.

F : Wie soll ich bei so vielen Konfessionen wissen, welche die richtige ist und wie soll ich Zuversicht haben, dass ich den Willen Gottes tue oder wer überhaupt den Willen Gottes tut?

A: Im 2. Mose 19,6 steht, dass Sein Volk Ihm ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein wird. Der Apostel Petrus hatte das Verständnis, dass die erste Kirche diese heilige Nation war – ein Volk, das nur Gott allein gehörte. Mit der heiligen Nation im 1. Petrus 2,9-10 sind nicht mehr Abrahams natürliche Nachkommen gemeint24. Sie hatten ihre Stellung als Gottes heiliges Volk eingebüßt und an ihre Stelle trat ein Volk, das die Frucht des Königreichs tragen würde… die Nation von Matthäus 21,43. Diese Verse haben in keinster Weise etwas mit einer „privaten Heiligkeit“ zu tun, die ein einzelner Jünger für sich selbst hat – als wenn es so etwas gäbe! Es geht darum, dass ein ganzes Volk –eine geistige Nation–Gottes Plan für die Welt bezeugt. Gottes Wunsch ist es, ein heiliges (beiseite gesetztes) Volk zu haben, das ein Zusammenleben demonstriert, welches ein Licht für die ganze Welt ist25.

Diese besondere Nation hat eine ganz besimmte Aufgabe und steht in krassem Gegensatz zur umgebenden Welt. Das Licht ist ein Volk, das an allen Orten in Einigkeit zusammenlebt26. Als Volk Gottes sind wir dazu auserwählt, dass wir der Welt um uns herum ein völlig anderes Leben vor Augen zu führen. Dieses Leben ist nur durch diejenigen möglich, die bekannt haben, dass sie ihr eigenes Leben in dieser Welt hassen27 und ihr Leben nun nicht mehr in der Gesellschaft führen, in der sie aufwuchsen, sondern dort, wo Er ist. Dort dienen sie Ihm Tag und Nacht und werden vom Vater ihres

Meisters geehrt28.

Gottes Sohn muss dort wohnen, wo Sein Volk ist. Man kann Ihm nicht irgendwo anders dienen, außer man ist von einem Ort ausgesandt, an dem Er jetzt in einem Volk verkörpert ist29. Er muss einen Ort haben, der ein Zuhause ist, in das Er jeden bringen kann – einen Ort, an dem Er die Einsamen in Familien integrieren kann30. Wenn diese Dinge nicht Wirklichkeit sind, gibt es nur einen mystischen Leib, der unreal und uneffektiv ist, genau wie der mystische Erretter, für den so ein Leib steht.

F: Sollte nicht ein Kind die gute Nachricht verstehen können? Es gibt so viele voneinander abweichende und gegensätzliche Doktrinen. Wie soll man da noch durchblicken?


A: Es gibt ein weises Sprichwort: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

Der Beweis, dass Christus real und Seine Botschaft wahr ist, ist ein Volk auf Erden, das Ihm gehorcht und Ihn repräsentiert. Der einzige Beweis, dass Er die Menschen in der Welt liebt, ist, dass Er Seine Regierung in Seinem Volk auf Erden etabliert hat. Ihr Zusammenleben drückt Seine Liebe aus, und ist ein Vorgeschmack auf das kommende Königreich31. Diese Demonstration ist ein Zeugnis für das kommende Königreich. Es führt der ganzen Welt den Beweis vor Augen, dass Gott Seinen Sohn in die Welt gesandt hat.

Dieses Zeugnis kommt nicht dadurch zustande, dass man darüber unterrichtet wird, was in der Bibel steht, sondern dadurch, dass man zur Tat schreitet und tut, was unser Meister tat.32 Das Zeugnis ist, dass ein Volk in Liebe und Einigkeit lebt. Dadurch wird die gute Nachricht verständlich. Liebe in perfekter Einigkeit wird ein Ende zu aller Verwirrung bringen.

Wenn Gott die Welt so sehr geliebt hat, wie sollten wir dann in der Welt leben, um in ihr ein Licht und ein Zeugnis zu sein? Jeder muss nach den Worten unseres Meisters beurteilen, ob sein Leben die Frucht trägt, die eines Gläubigen würdig ist33. Das hebräische Wort für „Kirche“, welches „edah“ ist, wird in Jeremiah 30,20 mit „Gemeinschaft/ Gemeinde“ übersetzt. Die wörtliche Bedeutung von „edah“ ist „Zeugnis“ und der Meister sagte, dass die Welt das Zeugnis von der guten Nachricht sehen müsse, bevor das Ende kommen kann34.

F: Was ist das Königreich Gottes überhaupt? Und wie wird es auf die Erde kommen?

A: Die Kirche oder Edah oder Gemeinschaft ist Seine neue Familie. Unser Meister, dem wir nachfolgen, löste Sich von Seiner leiblichen Familie und schloss Sich Seiner neuen Familie an. Wer gehörte zu Seiner neuen Familie? Nur Seine Jünger, die um Ihn im Kreise saßen, wie Markus 3,32-35 beschreibt, und die den Willen Gottes taten35. Diese neue Familie, wie auch in Markus 10,29-30 beschrieben, ist eine Gemeinschaft – das Umfeld, in dem die Liebe gedeiht und das Licht der Welt erzeugt wird, das die ganze Welt sehen kann. Diese Familie ist Zeugnis und Beweis für die Wahrheit36. Dieses Leben entspricht der neuen Familie, von der der Prophet Jeremia sprach:

„In jener Zeit, spricht der HERR, werde ich der Gott aller Geschlechter Israels sein, und sie werden mein Volk sein.“37


F: Wer ist heute Teil Seiner neuen Familie?

A: Diese neue Familie zeichnet sich durch ihre unbestreitbare Liebe nach Johannes 13,35 und ihre Einigkeit nach Johannes 17,23 aus. Beide müssen durch einen ganzen Leib ausgedrückt werden und in einem Volk zu sehen sein, das in Gemeinschaften an Orten überall in der Welt zusammenlebt, an denen Männer heilige Hände ohne Zorn und Meinungsverschiedenheiten erheben38.

Um Ihm nachzufolgen, müssen wir jetzt tun, was Er damals tat. Wenn Er derselbe gestern, heute und in Ewigkeit ist, dann ist Seine Botschaft auch dieselbe und auch der Maßstab der Nachfolge. Wir müssen dann nach dem einzigen Maßstab leben, nach dem Er auch lebte. Wenn wir das tun, werden wir dieses Zeugnis und Teil Seiner Familie sein. Wir werden Teil einer Familie mit Brüdern und Schwestern, mit Häusern und Bauernhöfen und ein Haushalt wird zu einer ganzen Gemeinschaft heranwachsen.

Nur eine Gemeinschaft, kann das Zeugnis von Matthäus 24,14 sein, das Zeugnis von dem Feuer, das Er auf der Erde entfachen möchte39. Seine Botschaft ist wie ein Feuer, das auf die Erde geschleudert wird. Die Botschaft vom Reich Gottes wird alles in Brand setzen und eine Trennung und Zwietracht zwischen denen hervorrufen, die Gottes Willen tun und denen, die ihn nicht tun40. Nur diese Demonstration kann das Ende dieses Zeitalters und die Rückkehr unseres Königs und Meisters herbeiführen, der 1000 Jahre lang auf der Erde regieren wird — sonst wäre das Königreich Gottes schon längst auf die Erde gekommen.

F: Jesus sagte, dass Er ein Feuer entfachen wollte. Hat es an Pfingsten angefangen? Ist es etwa ausgegangen oder brennt es noch? Doch die eigentliche Frage ist die: Bin ich Teil des Feuers, das Er entfachen wollte?

A: Wird Er das Feuer etwa in der heutigen Zeit entfachen oder ist es schon auf der Erde entfacht? Und wenn es schon entfacht ist, was wäre dann der Beweis dafür? Und was würde es dann nach Gottes Wort bewirken? Lies Lukas 12,49-53 noch einmal und verstehe! Nur wenn wir dem wahren Evangelium und dem wahren Erretter gehorchen, wird dieses Feuer wieder entfacht werden und uns hundertfach zurückgeben was wir um seinetwillen und des Evangeliums willen aufgegeben haben41. Dies ist die Frucht des Königreichs, von der unser Meister im Matthäus 21,43 sprach.

„Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlässt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen — und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“

Jetzt in den letzten Tagen wird das Feuer von Lukas 12,49 entfacht werden. Dieses Feuer zerteilt einzelne Familien und ist die Taufe in Seine neue Familie. Zu dieser neuen Familie gehören nur diejenigen, die ihr altes Leben und ihre Familie hinter sich gelassen haben, wie unser Meister es uns vorgemacht hat. Er sehnte sich so sehr danach, dass dieses Feuer wieder entfacht würde.Deshalb sagte er:

„Was wollte ich lieber, als dass es schon brenne!“

Für diese neue Familie, ist Er gestorben42. Sie sind Seine Nachkommen, die Seinen Willen ausführen.

„Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass meine Errettung reiche bis an die Enden der Erde.“ (Jesaja 49,6)

Wo Markus 10,29-30 befolgt wird, entstehen Gemeinschaften, diese bilden Stämme, und diese Stämme werden eine Nation bilden. Die Liebe, die in diesen Gemeinschaften zum Ausdruck kommt, erzeugt das Licht der Welt. Dieses Licht der Liebe, welches Egoismus entlarvt, wird Errettung bis an die Enden der Erde bringen43 (Siehe auch Seite 46-47). Diese Errettung ist also das Zeugnis vom Königreich, welches das Ende des Zeitalters und die Rückkehr unseres Meisters wird, so dass Er auf der Erde regieren kann44. Man kann also sehen, dass nur eine Gemeinschaft, die gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeitet, Heb 10,13 erfüllen kann und Apg. 3,21 zustande bringen kann.

F: Sind die Evangelien heute noch bedeutend?

A: Scheinbar nicht, wenn man sieht, dass die modernen Evangelisten tausende bekehren und dennoch nicht den Aufruhr und die Trennung verursachen wie im Lukas 12,49-53. Hat Matthäus 10,34-39 heute noch etwas mit der guten Nachricht zu tun? Werden da, wo du lebst, Familienmitglieder aufgrund des Evangeliums entzweit? Ist die gute Nachricht dieselbe wie Seine und verlangt sie, dass man Familie, Besitz und Karriere aufgibt? Wenn ja, dann wird sie wieder dasselbe Feuer entfachen, von dem unser Meister im Lukas 12,49-53 sprach.

Es besteht kein erkennbarer Zusammenhang zwischen der guten Nachricht in Markus 10,29-30 und Lukas 12,49-53 einerseits und der Nachfolge eines Gläubigen in den heutigen Gemeinden andererseits. Wenn das Evangelium, das du gehört hast, nicht die Frucht des Königreichs trägt bzw. zur Folge hat, solltest du dich ernsthaft hinterfragen. Entweder haben die Worte des Meisters ihre Kraft verloren und sind in Gottes Augen nicht mehr gültig oder diejenigen, die sie verkünden (ohne sie auszuleben), sind in Seinen Augen keine anerkannten Botschafter und Er kann nicht mit ihrer guten Nachricht kooperieren.

War es die Absicht des Meisters, dass Seine Botschaft zu einer Anhäufung individueller Einstellungen, Glaubensmeinungen und –praktiken gemacht werde, die Seiner guten Nachricht das Salz rauben? Kann man die Erfahrungen eines einzelnen Christen mit dem Feuer vergleichen, das Er auf Erden entfachen versprach? Wenn Er nur gekommen wäre, um den Status Quo zu bewahren, dann könnten wir mit dem, was wir in der Kirche sehen und erleben, zufrieden sein. Aber Er kam, nicht um Frieden zu bringen, sondern das Schwert und um einen Mann mit seinem Vater zu entzweien, eine Tochter mit ihrer Mutter und eine Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter, so dass selbst Familienmitglieder zu Feinden werden45. Unser Meister wollte, dass dies geschehe, damit Er Seine neue Familie aufbauen kann.

Der Beweis dafür ist in der Apostelgeschichte 2,42-47 und 4,32-35 zu finden. Die ersten Jünger waren den Lehren der Apostel und der Gemeinschaft hingegeben. Sie brachen gemeinsam das Brot, beteten zusammen, lebten zusammen, hatten ein gemeinschaftliches Leben miteinander und verkauften ihren Besitz und teilten den Erlös und deckten so die Nöte aller. Sie erfüllten die alte Prophezeiung, dass es in Israel keine Armen oder Bedürftigen geben werde46. Sie hatten ein- und dieselbe Gesinnung und nahmen ihre Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen ein. Es wurden täglich mehr Leute hinzugefügt, weil die Menschen das Zeugnis vom Leben des Messias sahen47. Sie sahen mit eigenen Augen eine Familie, der sie angehören wollten – die Familie des Messias, in der jeder den Willen Gottes tat48.

Was ist passiert, wenn Jesus doch derselbe ist gestern, heute und in alle Ewigkeit? Wie kommt es, dass der „Leib Christi“ heute keinerlei Ähnlichkeit mit dem Leib hat, der in der Apostelgeschichte 2,44-47 und 4,32-35 so lebhaft beschrieben wird? Vielleicht deutet ja eine Begebenheit im darauf folgenden Kapitel auf die Antwort hin? Hananias und Saphira fielen tot um, nachdem sie einen Teil ihres Geldes zurückgehalten hatten, während sie so vortäuschten, dass sie alles Geld den Aposteln zu Füßen legen würden49. Es war eine dramatische Lektion für die Urkirche und große Furcht kam über sie alle. Aber traurigerweise ließ diese reine Furcht, den Allmächtigen zu betrügen, nach und andere behielten auch etwas für sich selbst zurück. Sie starben geistig, genauso wie Hananias und Saphira körperlich gestorben waren. Und natürlich konnten die, die selbst nicht alles gaben, andere auch nicht dazu aufrufen. Doch nichts kann etwas an den Worten des Meisters ändern: „Niemand kann mein Jünger sein, wenn er nicht alles aufgibt, was er besitzt.“

(Lk 14,33)

Dies wirft die Frage auf, ob unter den Massen von Christen überhaupt noch Jünger sind. Wenn ja, dann werden sie enttäuscht sein. Sie werden spüren, dass etwas nicht stimmt und werden nach dem lebendigen Wasser der Worte Jesu dürsten. Wenn sie jedoch keine Jünger gemäß der Schrift sind, werden sie glauben, dass sie Jünger sein können, obwohl sie Seine Worte nicht beachten. Dann müssen sie zu den „vielen“ gehören, die betrogen worden sind, wie unser Meister im Matthäus 24,4-5 warnte. Kommen „viele“ oder „wenige“ durch die im Matthäus 7,13-14 besagte „schmale Pforte“ hinein? Sind die zwei Milliarden Christen von heute die „wenigen“?

Im Markus 3,31-35 werden wir mit der Frage konfrontiert, ob wir Teil Seiner Brüder, Schwestern und Seiner Mutter sind. Wenn nicht, wer sind wir dann? Zu welcher Familie gehören wir? Und was für eine gute Nachricht haben wir dann empfangen50?

Das Wasser des Lebens in der Offenbarung 21,6-7 ist nach Johannes 4,10-14 und 7,37-39 der Heilige Geist. Der Feigling in Offenbarung 21,8 ist der, der in seinem Unglauben verharrt, nachdem er die gute Nachricht gehört hat und verantwortlich gemacht wurde. Diese Feigheit ist die größte Sünde, die man vor allem anderen überwinden muss, um errettet zu werden. Jeder ist dafür verantwortlich, alles zu überwinden, was ihn davon abhalten würde, der guten Nachricht gehorsam zu sein. Was die Nachfolge und ­das ewige Leben angeht, so beschreibt Johannes 3,18 und 3, 36 die Konsequenzen, wenn man die Nachricht hört und ihr nicht gehorcht51. Diejenigen, die die gute Nachricht hören, ihr aber nicht gehorchen wollen, fallen für alle Ewigkeit in die Kategorie der Feiglinge52. Das Wasser des Lebens ist umsonst; doch wem gibt Er es? Nur denen, die Ihm gehorchen53.

Im Johannes 4,14 und Johannes 7,37-39 wird klar, dass die, die davon trinken, nie wieder dürsten. Für sie ist das Umherirren von einer Kirche zur anderen vorbei, weil sie jetzt Gewissheit haben, dass sie den Heiligen Geist und ewiges Leben haben. Der Geist und die Braut sagen: „Komm!“ Komm und trink und lass alles hinter dir, denn es ist möglich, dass du von diesem Kelch und keinem anderen trinkst54! Komm und werde ein neuer Mensch in einer ganz neuen Kultur!


Fußnoten: 

1 Joh 7,17; Eph 2,8-10; 4,12.16; Röm 12,1-2

2 Joh 8,39.41.44

3 Mk 1,16-20; Lk 9,59

4 Joh 10,27-28

5 Mk 10,21-22

6 Kol 1,10-11; 1Jo 2,4-6

7 Joh 12,25-26; Apg 2,44-47; 4,32-35

8 Kol 1,13

9 Matth 21,43

10 Apg 5,32

11 Matth 28,19-20; Joh 13,34

12 Eph 1,13; Apg 5,32

13 Joh 2,23-25

14 Joh 8,31.32.51

15 Lk 18,29 Matth 19,29

16 Lk 14,26

17 Lk 14,26-27; Joh 12,25

18 Jer 31,1

19 Jes 49,6; Matth 21,43; Hebr 10,13

20 Phil 1,29

21 Apg 13,46; Kol 1,10-11; Offb 3,4-5; Matth 10,34-39

22 Phil 1,29; 2. Tim 3,12; Apg 14,22; Mk 10,29-30

23 Matth 24,29-31

24 1Mo 12,3

25 Joh 1,4; Matth 5,14-16; Phil 2,14-15; Joh 16,8-11

26 Maleachi 1,11; 1Tim 2,8; 1Pe 2,12

27 Joh 12,25

28 Apg 26,7; Joh 12,26

29 1Jo 4,1-6

30 Psalm 68,5-6

31 Joh 17,23; Matth 21,43; 24,14

32 Joh 13,35; 17,23; Kol 1,10; 1Jo 2,3-6

33 1Pe 2,12

34 Matth 24,14

35 Joh 7,17

36 Matth 24,14

37 Jeremia 31,1

38 1. Tim 2,8

39 Lk 12,49-53; Matth 10,34-39

40 Mal 3,18; Lk 12,52-53

41 Mk 10,29-30

42 Jes 53,10-11

43 Jes 49,5-6

44 Matth 24,14

45 Matth 10,34-39; Lk 12,49-53

46 5Mo 15,4

47 Joh 13,35; Apg 2,47

48 Mk 3,35; Jer 30,24b; 31,1

49 Apg 5,1-11

50 2Kor 11,2-4,13-15

51 2Thes 1,8-9

52 Offb 22,11

53 Apg 5,32

54 Offb 22,17; 1Kor 10,21-22


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