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Der Lackmus-Test für Gläubige

Vom Chemieunterricht in der Schule kennen wir diese Teststreifen, die den pH-Wert einer Flüssigkeit anzeigen.Was mit bloßem Auge nicht ersichtlich ist, wird damit offenbar. So wie ein Lackmus-Test z.B. die An- oder Abwesenheit von Säure beweist, zeigt uns Gläubigen der Lackmus-Test des Ersten Johannesbriefes die An- oder Abwesenheit der Liebe Gottes. „Ich habe ewiges Leben,“ behaupten viele. Das Bestehen des Lackmus- Testes zeigt, ob man wirklich so glaubt wie die Schrift sagt.
„Aber am letzten, dem großen Tage des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen die empfangen sollten, welche an Ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.“ (Johannes 7,37-39)

Jesus antwortete und sprach zu ihr: „Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest, und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken, so würdest du Ihn bitten, und Er gäbe dir lebendiges Wasser“ (den Heiligen Geist). „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“ (Johannes 4,10 und 14)
Was also sagt die Schrift darüber, wie jemand glauben muss, damit diese Ströme lebendigen Wassers aus ihm fließen? Denn die Schrift gibt uns den Lackmus-Test um herauszufinden, ob wir vom Tod ins Leben übergegangen sind und wirklich den Heiligen Geist empfangen haben – das Wasser des Lebens. Johannes 5,24 präsentiert die Gute Nachricht in sehr klaren und einfachen Worten:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.
Aber wie weiß jemand, dass er errettet ist? Weiß er es, weil der Pfarrer es ihm sagt? Reicht es zu hören, „Ich weiß, dass ich weiß, dass ich weiß, dass ich errettet bin“? Mir reichte das nicht. Ich war immer noch nicht sicher. Irgendetwas sehr tiefes schien zu fehlen. Dann entdeckte ich - oder vielmehr zeigten mir Freunde - den erstaunlichen Ersten Brief des Johannes. Darin steht, wie man es wissen kann. Er liefert uns allen den Lackmus-Test. Auch du kannst ihn machen! Lies 1. Johannes, Kapitel 1 bis 5. Dann beachte besonders folgende Verse: Kap. 3 Verse 14,16 und 17. Sie disqualifizieren deutlich einen rein verstandesmäßigen Glauben (Gnostizismus):
14Wir wissen, dass wir aus dem Tod zum Leben gelangt sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, bleibt im Tod. 16Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er Sein Leben für uns hingegeben hat; auch wir sind es schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben. 17Wer aber die Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt - wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?

Der Test

Das Kriterium für den Lackmus-Test ist Vers 14 – die Brüderliebe. Wenn jemand errettet wurde, und vom Tod ins Leben übergegangen ist und am Wasser des Lebens teilhat, so wird das unausweichliche Ergebnis davon sein, dass er die Brüder liebt. Die An- oder Abwesenheit wahrer Errettung wird durch das Ergebnis dieses Lackmus- Testes offenbart.
„Ich liebe, ich liebe meine Brüder und Schwestern im Herrn“, würden die meisten sagen; das war zugegebenerweise auch meine erste Antwort. Die meisten Menschen würden sagen, sie lieben. Wie also kann das der Lackmus-Test für wahre Errettung sein?
Die Antwort: Wir müssen unsere Begriffe so definieren wie die Bibel es tut, wie der Apostel Johannes es tat. Er definiert „Liebe“ im 1. Johannnes 3,16:

„Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er Sein Leben für uns hingegeben hat; auch wir sind es schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben.“
Wie hat der Sohn Gottes Liebe demonstriert? Er hat täglich Sein Leben für Seine Jünger und andere hingegeben, ohne Seine eigenen Bedürfnisse zu beachten; Er teilte alles, was Er hatte, und beachtete die Ausgegrenzten und Niederen und an die Stolzen und Hochmütigen appellierte Er; Sein eigenes Leben hat Er für das Wohl anderer geopfert. Das ist die Liebe Gottes, und das ist der Faktor, der in das Herz eines Menschen ausgegossen worden ist, der wirklich errettet ist.1
Vers 17 definiert das Testergebnis sogar noch weiter. Wenn jemand etwas besitzt und seinen Bruder in Not sieht und es nicht teilt, ist das der Negativbeweis dafür, dass die Liebe Gottes in seinem Herzen ist. Selbstsucht, Gier, Anhäufung von Besitztümern, mangelnde Bereitschaft zu teilen zeigen an, dass keine wahre Errettung vorliegt.
Wir können das positive Testergebnis in einem Volk sehen, das den Lackmus-Test in Apostelgeschichte 2,42 bestanden hatte: „Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam“...“Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn...man teilte jedem aus, so wie jemand bedürftig war.“ Später jedoch, als der Erste Brief des Johannes geschrieben wurde, war die Kirche voller Menschen, die zwar eine Art Glauben hatten, doch nicht den „errettenden Glauben.“ Denn sie waren nicht im Stande - obwohl sie es vielleicht versuchten - zu beweisen, dass sie liebten, wie der Sohn Gottes geliebt hatte.
Der Erste Johannesbrief wurde geschrieben, damit seine Leser herausfinden können, ob sie wirklich errettenden Glauben empfangen haben. Denn sowohl der Erretter als auch die Apostel wussten, dass Menschen vergeblich glauben können2 (so wie ich es tat und du vielleicht auch). Selbst für diejenigen, die den Lackmus-Test von 1. Johannes 2,4; 3,17 und 4,20 nicht bestehen würden, schrieb Johannes vorsorglich etwas in seinen Brief (1. Johannes 5,13).
Einige behaupteten nämlich zu sehen, obwohl sie blind waren, so wie Jahschua in Johannes 9,41 gesagt hatte. Ihre Schuld kann nicht weggenommen werden. Aber diejenigen, die nicht behaupten zu sehen (und daher auch nicht die Zuversicht haben, vom Tod ins Leben übergegangen zu sein), haben nach Lesen des Ersten Johannesbrief immer noch die Möglichkeit zu glauben und zu lieben, wie ihr Meister allen Seinen Jüngern zu lieben geboten hat (nämlich so wie Er sie geliebt hatte).3 Die Schlachter-Übersetzung des 1. Johannes 5,13 lautet folgendermaßen:
Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.

Deshalb wiederholt Johannes diesen Ausdruck in Vers 13 „damit ihr, an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.“ In diesem Vers fanden sich damals einige Menschen wieder, die gedacht hatten, sie hätten an den Namen des Sohnes Gottes geglaubt. Nachdem sie den Brief gelesen hatten, entdeckten sie, dass sie nicht bekennen konnten, ewiges Leben zu haben. Ja, sie waren sich jetzt sogar sicher, dass die Liebe Gottes nicht in ihren Herzen war. Nach diesem bösen Erwachen fanden sie aber Hoffnung in Johannes’ Versprechen, dass sie nun glauben und ihr Leben dem Wahrhaftigen untergeben könnten.4
Fast alle deutschen Übersetzungen enthalten den 2. Teil des 1. Johannes 5,13 nicht, da die Übersetzer ihn für eine überflüssige Wiederholung hielten. Aber wenn man die Absicht versteht, in der Johannes ihn geschrieben hat, wird klar, dass da nichts Überflüssiges steht. Man könnte diesen Vers auch so lesen: „Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr (auch jetzt noch die Möglichkeit habt) an den Namen des Sohnes Gottes zu glauben – (falls ihr tatsächlich erkannt habt, dass euer Leben nicht allem gerecht wird, was in diesem Brief geschrieben steht).“

Freimütigkeit vor Gott

Der Lackmus-Test im Ersten Johannesbrief offenbart die An- oder Abwesenheit der Liebe Gottes. Paulus schrieb im Römerbrief 5,5, „die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist“. Der Erste Johannesbrief lässt jeden wissen (der es wissen will), ob das in seinem Leben tatsächlich passiert ist, oder ob er bloß das Konzept der Liebe ohne die Kraft der Liebe hat.

Meine Kinder, lasst uns nicht mit Worten lieben noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit. Und daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsere Herzen vor Ihm stillen, dass wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß. Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verurteilt, dann haben wir Freimütigkeit zu Gott. (1. Johannes 3,18-21)
Mit diesen Versen lehrt Johannes nicht, dass Gott darüber hinweg sieht, wenn wir nicht lieben und Seinem Wort nicht gehorchen. Und Er sagt auch nicht, dass Er uns entschuldigt, wenn uns unser Herz dafür verdammt, dass wir unsere Brüder nicht in der Wahrheit und in unseren Taten lieben. Deshalb steht im nächsten Vers, dass - wenn unser Herz uns nicht verdammt (weil wir tatsächlich unsere Brüder lieben) - wir Zuversicht vor Gott haben. Wenn wir nicht so lieben, wie Er geliebt hat, lieben wir überhaupt nicht, und wir können keine Zuversicht vor Gott haben. Er kennt ja unser Herz. Er weiß genau, weshalb wir nicht mehr und umfassender liieben. Er übersieht es nicht. Er ist nicht parteiisch.

Wer den Sohn hat, hat das Leben

Diejenigen, die den Sohn hatten, hatten das Leben,5 und mir war klar, dass ich genau das nicht hatte. Ich war gefangen im „Hamsterrad“ wie alle anderen auch. Wie sehr ich mich auch in der Kirche engagierte und meine Zeit opferte, mein Leben war genau wie das der Leute in der Welt um mich herum. Der einzige Unterschied war, dass ich abends und am Wochenende noch ein paar religiöse Dinge tat, die sie nicht taten. Die Leere in mir und der Mangel an Zuversicht, dass ich errettet war, verließen mich nie.
Die ersten Gläubigen schienen etwas gehabt zu haben, das ich nicht hatte. Sie hatten nicht nur alle Worte dieses neuen Lebens empfangen, die der Engel dem Petrus in der Apostelgeschichte 5,20 zu predigen geboten hatte, sondern sie hatten das Leben selbst empfangen. Und es war ein gemeinsames Leben! Das war der Unterschied. Ich fing an zu verstehen, was wahrer Glauben war.

Was es heißt, zu glauben

Zu glauben heißt, dass man im Herzen durch den Heiligen Geist von der Wahrheit überzeugt worden ist, dadurch, dass man von einem rechtmäßigen Gesandten die Gute Nachricht hört, so wie es der Erretter in Johannes 7,18 gesagt hatte. So jemand ist wahrhaftig, denn er sucht nicht seine eigene Ehre, sondern die Ehre dessen, der ihn gesandt hat. Und solch eine Person ist geistlich und moralisch rein, denn Jahschua sagte über ihn: „Keine Ungerechtigkeit ist in ihm.“
Wie könnte jemand wirklich an den Sohn Gottes glauben, ohne dass ein wahrhaftiger Prediger ihm das wahre Wort des Messias verkündet hätte?6 Derjenige, der den Willen des Vaters tut, muss denjenigen treffen, der den Willen des Vaters tun will. Dann wird dem Hörer die nötige Erkenntnis durch den Vater zuteil, so wie unser Meister gesagt hat: Er wird „erkennen, ob diese Lehre von Gott ist“ (Johannes 7,17). Die Gute Nachricht ist dann die Macht Gottes zu erretten, und der Vater schenkt die „gute Gabe“ des Heiligen Geistes denen, die so überzeugt sind, dass sie zu sich selbst sterben, ihr Kreuz auf sich nehmen und Seinen Willen tun.
Johannes 3,16 ist wahrscheinlich der bekannteste und beliebteste Vers in
der Bibel:

„Denn so hat Gott die Welt geliebt, das Er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
Aber was bedeutet es zu glauben - so wie dieser Vers sagt – und sein ganzes Vertrauen in den Erretter der Welt zu legen?7 Die Schrift sagt es uns deutlich, wenn wir willig sind zu hören. Das Wort „glaubt“ in Johannes 3,16 ist dasselbe griechische Wort wie in Apostelgeschichte 2,44 (alle die glaubten), was uns zwei absolut essentielle Dinge (über alle die glauben) erklärt: „Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam.“
Das war eine sehr gute Nachricht für mich, denn als ich dieses Volk fand, das glaubte, bedeutete das gleichzeitig, dass ich einen Platz gefunden hatte, wo ich hingehörte, einen Platz, den ich Zuhause nennen konnte – wahre Gemeinschaft.

Stroh-Brief?

Einige Menschen hatten zur Zeit des Johannes offensichtlich keine Gemeinschaft mit Gott, wie 1. Johannes 1,6 sagt. Und sie hatten auch keine Gemeinschaft mit Johannes, weshalb er diesen Brief schrieb:

„...was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit Seinem Sohn Jesus Christus.“ (1. Johannes 1,3)
Johannes wusste natürlich alles darüber, was es heißt, in Ihm zu verbleiben und Frucht zu tragen, denn die Liebe Gottes war in seinem Herzen. Er hatte viel Frucht getragen und damit bewiesen, einer Seiner Jünger zu sein. Das war es auch, was Johannes sich für diejenigen wünschte, die durch seine Botschaft an Jahschua glaubten. Johannes benutzte das Wort „Gemeinschaft“ oder „koinonia“ im 1. Johannes 1,3, welches dasselbe Wort ist, das in Apostelgeschichte 2,42 ebenfalls mit „Gemeinschaft“8 übersetzt wird. Das war das Leben im Glauben, das die ersten Gläubigen und die Apostel mit Jahschua und dem Vater teilten.
Diejenigen, die nun bereitwillig sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tag etwa 3000 Seelen hinzugetan. Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten. (Apostelgeschichte 2,41-42)
Viele waren nicht standhaft in der Lehre des Johannes und in der Gemeinschaft geblieben. Sie waren von der Herrlichkeit, mit der die Kirche einst begonnen hatte, abgefallen. Johannes erklärte im 1. Johannes 2,4, was das bedeutete:
„Wer sagt: ,Ich habe Ihn erkannt’, und hält doch Seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht.“
Einige denken vielleicht, dass Seine Gebote zu halten, sie unter das Gesetz bringt. Und das stimmt auch: der Versuch Seine Gebote ohne den Heiligen Geist zu halten wäre Knechtschaft und Regelzwang. Doch diejenigen, die im Geist wandeln, können die rechtmäßigen Forderungen des Gesetzes erfüllen.9 Andere sagen vielleicht: „Ich gehorche Seinen Geboten und halte Sein Wort“. Er hat aber gesagt, das dies nur denen möglich sei, die ihr Leben in dieser Welt hassen und an den Ort kommen, wo Er ist:
25Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren. 26Wenn jemand mir dienen will, so folge er mir nach; und wo ich bin da soll auch mein Diener sein; und wenn jemand mir dient, so wird ihn mein Vater ehren.“ (Johannes 12,25-26)
Als der Erste Johannesbrief der Kirche verlesen wurde, mussten die Zuhörer ihren Wandel gemäß dem Lackmus-Test im 1. Johannes 1,7 und 2,6 überprüfen. Und genau das müssen wir heute auch machen. Wir müssen uns selbst die Frage stellen: „Haben wir Gemeinschaft, ein gemeinsames Leben miteinander, weil wir wandeln wie Er wandelte?“ Jene konnten keine Gemeinschaft mit dem Erretter im Himmel haben, ohne auch Gemeinschaft mit Johannes, ihrem Apostel, zu haben. Sein Brief konnte diejenigen, die keine Gemeinschaft mit ihm hatten, nicht überzeugen. Sie liebten weiterhin die Welt, bezweifelten seine Lehren und deckten nicht die Nöte ihrer Brüder. Solche „Gläubigen“ taten den Ersten Johannesbrief in Wirklichkeit als „Stroh-Brief“ ab.
Die Tatsache, dass Martin Luther den Jakobusbrief als genauso eine wertlose Schrift verurteilte (Er nannte ihn „Stroh-Brief“) zeigt, wie schnell das passieren kann. Luther störte sich an ihm, weil er „Sand ins Getriebe“ seines Evangeliums der „Errettung durch Glauben allein“ warf Jakobus nämlich schrieb, „dass der Glaube ohne Werke tot sei“ (Jakobus 2,20). Die Religion eines Menschen, der z.B. seine Zunge nicht im Zaum hält oder sich nicht um die Witwen und Waisen seiner Gemeinde kümmert, ist wertlos.10 Als Luther, der für seine vulgäre Sprache und üblen Beschimpfungen bekannt war, mit dieser Textstelle im Jakobusbrief konfrontiert wurde, musste er eine Entscheidung treffen.11 War er im Unrecht? Hatte er selbst den Lackmus-Test nicht bestanden, den Jakobus ihm vorlegte? Oder war Jakobus uninspiriert, ein Mann des Fleisches? Wie die „halsstarrigen“ Männer des alten Israels hat Luther lieber den „Propheten gesteinigt“, als vor Seinem Wort zu zittern.

Wenn man den Ersten Johannesbrief als Stroh-Brief verachtet, bedeutet das nicht, seine Inspiration, Urheberschaft oder seine Entstehungszeit in Frage zustellen. Es bedeutet vielmehr, dass man - wie Martin Luther es mit dem Jakobusbrief tat - das Ergebniss des Lackmus-Testes ignoriert, den Johannes all denen vorlegt, die behaupten zu glauben. Seine Schafe hören Seine Stimme und verdrängen sie auch dann nicht,wenn Er ihnen sagt, dass sie Ihn oder Seine Errettung gar nicht kennen.

Fußnoten:
1 Römer 5,5
2 1. Korinther 15,2; Johannes 2,23-25; 8,30-44
3 Johannes 13,34,35
4 1. Johannes 5,20
5 1. Johannes 5,12
6 Römer 10,14-17
7 Das griechische Wort pisteo (glauben) kommt von pistis (Überzeugung)
8 Koinonia ist im griechischen ein sehr bedeutungsreiches Wort: Partnerschaft im Sinne von (wörtlich) Teilnahme, oder (sozialem) Umgang, oder (geldlicher) Wohltat; mitteilen, Verständigung, Beitrag, Verteilung, Kameradschaft
9 Römer 8,1-4
10 Jakobus 2,14-17; 1,26
11 Einer von vielen Aussprüchen Luthers, die Jakobus 3,9 direkt widersprechen:
„ Denn ich kann nicht beten, ich mus da bey fluchen. Soll ich sagen: Geheiligt werde dein name, muss ich da bey sagen: Verflucht, verdampt, geschendet müsse werden der Papisten namen... Werlich, so bete ich alle tage mündlich und mit dem hertzen on unterlas.“ (Werke XXX, 470) Und bezüglich des katholischen Klerus schrieb er: „Der Rhein ist kaum groß genug, um die ganze verfluchte Bande der römischen Erpresser zu ertränken – Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte.“ (in modernem Deutsch, zitiert nach W. Durant “Die Reformation”, S. 418)



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