„Es ging aber eine große Menschenmenge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen:
Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein.“ ( Luk.14,25 26 )
SEKTENFÜHRER
Ein „Niemand“
Als Jesus diese Worte sprach, meinte er, was er sagte. Er stellte damit klar, dass jemand, der ein wahrer Jünger sein will, alles und jeden aufgeben musste, der ihn daran hindern würde, ihm ganzherzig nachzufolgen. Seine Liebe für seinen Meister und Retter musste so groß sein, dass er alles hassen würde, was ihn davon abzuhalten versuchen würde, Seinen Willen zu tun. Vielleicht hat Jesus, als er diese Worte zu seinen Nachfolgern sprach, an den Moment gedacht, als er sogar die Worte seiner eigenen Mutter Maria missachten musste. An jenem Tag hatte er im Kreis seiner Jünger und einer Menschenmenge gesessen, die Ihm aufmerksam zuhörten. Gefüllt mit dem Heiligen Geist sprach er zu ihnen in Gleichnissen, doch die Pharisäer und Priester waren empört.
„Was denkt dieser Niemand von Nazareth eigentlich, wer er ist... erzählt den Leuten, dass die Religion heutzutage verdorben sei? Wir sind diejenigen, die auserwählt sind, über Gott zu lehren .... Dieser Mann hat seinen Verstand verloren!“
Wort gelangte zu seiner Mutter und seinen Brüdern, dass er verrückt geworden war und einen Dämonen empfangen hatte.
Was war mit ihm passiert seit dem Tage vor so langer Zeit, als er noch ein kleiner Junge war und dabei doch alle Lehrer im Tempel mit seinem tiefen Verständnis der Schrift und der Propheten erstaunt hatte? Warum akzeptierten sie ihn jetzt nicht? Bestimmt war er zu weit gegangen....Irgendetwas war schief gelaufen... Sie musste sofort hingehen und mit ihm reden, bevor es zu spät war.
Ein Zeichen, dem widersprochen wird
Aber erinnerst du dich noch an die Worte Simons, als Jesus nur ein kleines Baby war und Joseph und Maria ihn zur Weihung in den Tempel gebracht hatten?
„Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen….“ (Luk 2,34-35) Was sollte das bedeuten? Warum würde man etwas gegen den Messias vorbringen? Sollte Er nicht vielmehr mit großem Prunk empfangen und gefeiert werden? Irgendetwas stimmte nicht.
So ist sie also mit ihren anderen Söhnen losgezogen, um ihn vor einem großen Irrtum zu bewahren. Als sie das Haus erreichte, war es so überfüllt mit Menschen, dass sie nicht einmal hineingehen konnte. Die Leute saßen und standen, wo sie nur konnten, nur um zu hören, was Er zu sagen hatte oder vielleicht nur um Ihn einmal aus der Nähe betrachten zu können. Dort waren auch die Pharisäer, die diesem Scharlatan voller Eifersucht entgegenblickten, weil Er ihnen ihre treuen Jünger stahl und ihnen die Wahrheit sagte. Oh, wie sie die Wahrheit hassten und bei jedem Wort mit den Zähnen knirschten, das Licht in ihre dunkle Seelen leuchten ließ und offenbarte, dass sie in Wirklichkeit nur eine äußere Fassade aufrechterhielten, die keine Frucht hervorbrachte.
Anführer und Laientum
Jesus sprach zu ihnen:
„Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.
“(Mt 21,43)
Sie waren die Anführer einer toten und mystischen Religion, in der es weder Liebe noch den Anschein einer Verbindung zu Gott gab. Aber dennoch waren sie die Anführer. Sie hielten das Gesetz bis ins letzte Detail und brauchten daher weder Liebe, Freude oder Frieden noch Geduld, Sanftmut oder Selbstbeherrschung oder die anderen Dinge, von denen dieser Mann ständig sprach. Natürlich sprachen aber gerade diese Dinge die Herzen vieler Menschen an. Sie hatten das mosaische Gesetz und die jüdischen Traditionen, die seit Jahrhunderten von einer Generation an die nächste weitergegeben worden waren. Jetzt wurden alle Leute von diesem Gotteslästerer in die Irre geführt. Sie mussten etwas unternehmen, um ihre Schäflein wieder zurückzuholen. Ansonsten liefen sie Gefahr, die ganze Nation zu verlieren. Letztlich würden alle Leute sich zu der Sekte dieses verrückten Mannes bekehren. Ja, genau das war Er! Er war…ein Sektenführer!
Zurück zu Maria. Sie hörte, was diese geachteten Pharisäer über ihren Sohn zu sagen hatten. Würde sie sich an diese Worte erinnern?
„…und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden.“ Begriff Maria, dass die Gedanken der Pharisäer soeben offenbart wurden?
Sein Kreis von Jüngern
„Können Sie bitte meinem Sohn eine Nachricht geben?“, fragte sie den unmittelbar vor ihr stehenden Zuhörer. „Sagen Sie ihm bitte, dass seine Mutter und seine Brüder hier sind um ihn zu sehen… Wir müssen sofort mit ihm reden.“ Sie wartete gespannt darauf, dass er zu ihr herauskommen würde. „Sicherlich wird er hinauskommen und mit mir reden.. Schließlich bin ich seine Mutter.“..
Er würde doch nie im Leben Familien spalten, besonders nicht seine eigene, oder? Würde Gott so etwas jemals verlangen? Nach kurzer Zeit bemerkte sie, dass die Menge still wurde. Sie versuchte herauszuhören, ob die Nachricht bei ihm angelangt war… Dann hörte sie die Antwort. Ja, sie kam von ihm. Sie kannte die vertraute Stimme. „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“
Sie versuchte wenigstens sein Gesicht zu sehen. Sie bemerkte, wie er den Kreis seiner Jünger, die eng um ihn herum saßen, anschaute… Dann zeigte er auf seine Jünger.
„Siehe, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und Schwester und meine Mutter.“
Wie ein Messer bohrten sich diese Worte in ihre Seele. Er war nicht bereit herauszukommen… er hat sich ganz diesen Leuten verschrieben. Er blieb bei ihnen! Simons Worte hallten mit unverkennbarer Klarheit in ihrem Herzen wider. Nun hatte sie es verstanden. Er war jetzt zu einem Zeichen geworden, dem widersprochen wurde. Er wurde der Zeuge Gottes auf der Erde, dem sich alle geistigen Mächte des Bösen entgegenstellten. Und Satan wurde in den Führern ihrer Religion verkörpert in den Predigern ihrer Versammlungen und Synagogen. Sie waren es, die gegen ihn sprachen. Ihm jedoch war es egal, was diese religiösen Anführer über ihn dachten. Nein, er sammelte ein Volk, das sich ganz und gar dem Zweck widmen würde, dem er sich gewidmet hatte, nämlich heilig zu sein und eine Nation zu werden, die von dem Zeitgeist dieser Welt getrennt ist.
Liebe füreinander
Er würde das wahre Königreich Gottes auf der Erde etablieren, selbst wenn es Mutter und Sohn und Brüder voneinander trennen sollte. Er würde keine Kompromisse eingehen oder erlauben, dass das Evangelium verwässert würde. Er wollte einen Kreis von Jüngern, die sein eigenes Herz annahmen. Daher sagte er: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“
(Joh 13,35).
Wie könnten seine Jünger wahre Liebe füreinander haben, wenn jeder sein eigenes Leben lebt?
Wie könnte ihre Liebe zu einem Zeugnis werden, so dass alle Menschen Gewissheit hätten, dass es sich hier um wahre Jünger handelte, wenn nicht durch ein gemeinsames Leben?
Dem Evangelium gehorchen
Jesus hat nie gewollt, dass unter seinen Nachfolgern Spaltungen und Uneinigkeit herrschen. Er wollte, dass die Liebe und Fürsorge unter den Jüngern ausdrücke, wie Gott wirklich ist.
Im Johannes 17,11, kurz bevor er brutal ermordet wurde, brachte Jesus seinen größten Wunsch bei seinem Vater vor:
„Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, ich komme zu dir, Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie EINS seien wie wir.“
Spielt sein Gebet heute noch eine Rolle?
Sollte uns nicht das, was ihm damals so wichtig war, auch heute noch wichtig sein? Sein Gebet wurde erhört und bewirkte etwas: Menschen ließen all ihren Besitz und ihre Familien hinter sich, um ein Teil dieses neuen Lebens zu werden. Heutzutage haben diejenigen, die vorgeben ihm nachzufolgen, ihr eigenes, unabhängiges Leben oder gehen ein- oder zweimal die Woche zur Kirche. Und sie sagen über seine Worte: „Oh...das galt damals. Die Zeiten haben sich geändert.“ Aber warum sollten wir dem Evangelium nicht genauso gehorchen wie am Anfang? Können wir denn nicht aus den leblosen Traditionen, mit denen wir aufgewachsen sind, ausbrechen und wieder die Lebendigkeit und Begeisterung erreichen, die die ersten Gläubigen hatten (wie wir es in der Apostelgeschichte nachlesen können)?
Ja! Es gibt jetzt eine Gruppe von Menschen, die dem Evangelium mit ganzem Herzen gehorchen. Sie führen wirklich ein Leben der Liebe und der Einigkeit und geben ihr Leben täglich füreinander hin.* Sie kehren zum Ursprung der wahren Kirche, d.h. der Gemeinschaft zurück und führen nicht mehr ihr eigenes, egoistisches Leben, während sie sich weismachen, dass sie den Willen Gottes tun.
Sie leben wirklich gemeinschaftlich zusammen, so wie es die ersten Gläubigen taten. Sie verleugnen sich täglich und setzen die Worte ihres Meisters in ihrem praktischen Leben um.
Wundere dich nicht!
Traurigerweise wiederholt sich in dieser Zeit die Geschichte. Etwas erzürnt auch die Herzen mancher moderner Kirchenführer. Ihre Reaktion offenbart unweigerlich die Gedanken ihres Herzens, wenn sie mit der Wahrheit konfrontiert werden. „Diese Leute haben einen Dämonen! Das ist eine Sekte!“, bekommt man von ihnen zu hören. Ist das so überraschend? Im Johannes 15,8 sagt Jesus:
„Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.“
Ja, Jesus hat dies vorausgesagt. Die „Welt, die ihn hasste“ , waren die religiösen Anführer seiner Zeit und die heutigen Anführer werden diejenigen hassen, die wahrlich so glauben und so leben wie Er.
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