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WARUM ZWÖLF STÄMME ?

„Und nun stehe ich vor Gericht wegen der Hoffnung auf die von Gott an unsere Väter geschehene Verheißung, zu welcher unser zwölfstämmiges Volk, unablässig Nacht und Tag Gott dienend, hinzugelangen hofft, wegen welcher Hoffnung, o König, ich von den Juden angeklagt werde.“ Apostelgeschichte 26,6-7


Unsere zwölf Stämme haben nichts mit den mystischen Stämmen zu tun, wie man sie vom Glaubensgut der Mormonen oder der Rastafaris her kennt. Wenn wir von einem Stamm reden, meinen wir einen Verbund von Gemeinschaften, in denen Menschen tatsächlich in Einigkeit zusammenleben. Zwölf verschiedene Stämme werden in zwölf Regionen der Erde ein Licht für die Nationen sein.

Als Paulus in seiner Verteidigungsrede vor König Agrippa von „unserem zwölfstämmigen Volk, das Gott unablässig dient“ sprach, meinte er damit sicherlich nicht die Juden, die ihn vehement beschuldigten und sogar seinen Tod forderten. Es bestand überhaupt kein Grund dafür, sie als ein Gott dienendes Volk zu beschreiben und ihnen somit zu schmeicheln. Jesus hatte über die Juden schon längst prophezeit, dass ihnen das Königreich weggenommen und einer Nation gegeben würde, die dessen Frucht tragen würde (Matt 21,43). Eine neue Nation sollte also die alte ersetzen. Dies war Paulus klar.


Diese neue Nation sollte nicht durch leibliche Nachfahren zustande kommen, sondern durch diejenigen, die durch den Geist geboren werden. Dieses Volk bestand nur aus Jüngern, weil sie die Einzigen waren, die ihr altes Leben in der Gesellschaft aufgegeben hatten, um ein Teil dieser neuen Nation zu werden . Sie waren die Einzigen, die die Worte Jesu ernst genug nahmen und Vater, Mutter, Ehefrau, Kinder, Brüder, Schwestern und selbst ihr eigenes Leben aufgaben, um Ihm nachzufolgen. Und sicherlich hatten sie Sein Wort befolgt, das besagte, dass „niemand mein Jünger sein kann, der nicht all seinen Besitz aufgibt“ .

Viele Christen können mit diesem Konzept eines real existierenden Volkes nichts anfangen, da sie sich selbst nicht als Teil eines solchen Volkes verstehen. Einige Christen sind der Überzeugung, dass diese Bibelverse nur symbolischen Charakter haben oder dass damit die Juden in Palästina oder messianische Juden gemeint sind. Aber glaubst du denn nicht an biblische Prohezeiungen? Ich denke schon, oder?

Der Apostel Paulus glaubte sicherlich daran. Er verstand die Worte Jesu und die historischen Prophezeiungen. In der Apostelgeschichte 13,47 bezogen Paulus und Barnabas Jesajas Prophezeiung (Jes 49,5-6) direkt auf sich selbst:

„Ich habe dich auch zum Licht für die Völker gemacht, dass meine Errettung die Enden der Erde erreicht.“

Wäre es denn so abwegig zu denken, dass die Apostel ein Zwölfstämmevolk, ein Israel des Neuen Bundes, aufbauten, in dem Juden und Heiden durch den Heiligen Geist vereint sind?

Nein, überhaupt nicht! Wusste Paulus doch, warum er Jesaja zitierte. Dort steht:


„Er hat zu mir gesagt: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten...“

Wie viele Söhne hatte Jakob? Wie viele Stämme hatte Israel?

Jakobus wusste es bestimmt, als er in seinem Brief schrieb:

„Jakobus, ein Knecht Gottes und des Herrn, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung: Gruß zuvor!“ (Jak 1,1)

Wen meinte Jakobus mit den „zwölf Stämmen“? Doch wohl nicht das Israel des Alten Bundes, denn dies war schon lange kein Zwölfstämmevolk mehr gewesen! Die zehn nördlichen Stämme sind - 700 Jahre bevor Jakobus seinen Brief schrieb - in die assyrische Gefangenschaft gegangen. War Jakobus etwa verwirrt, als er diesen Brief schrieb? Wen hat er wirklich angeschrieben?

Der Apostel Petrus wusste, wen er meinte, als er selbst schrieb:

„Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkünden sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;“ 1. Petr 2,9

Petrus schreibt offensichtlich einem neu geformten Volk, das vorher kein Volk war. Etwas hatte sich in ihrem Leben geändert, so dass man sie jetzt ein Volk nennen konnte. Hätten sie weiterhin in ihren alten Häusern gewohnt und ihren Arbeitsplatz behalten und hätten sie nur an Jesus geglaubt, wären sie nicht das neue Volk geworden. Sie wären immer noch Teil der Gesellschaft, genauso wie es das Christentum heutzutage ist.

Jemand mag vielleicht einwenden: „Wenn das stimmen sollte, warum erwähnt das restliche Neue Testament dann nicht, dass die Kirche aus zwölf Stämmen bestand?“ Einige andere Stellen im Neuen Testament geben weiteren Aufschluss. Oft wird die Kirche als Braut beschrieben (u.a. 2.Kor 11,2-3 und Eph 5,25-27). Im Buch der Offenbarung des Johannes finden wir weitere Beschreibungen der Braut:

„Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre geben! Der Hochzeitstag des Lammes ist gekommen; seine Braut hat sich bereit gemacht.“

„Darauf sah man am Himmel eine gewaltige Erscheinung: Es war eine Frau, die war mit der Sonne bekleidet und hatte den Mond unter ihren Füßen und trug auf dem Kopf eine Krone von zwölf Sternen.“

„Einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen mit den sieben letzten Katastrophen getragen hatten, näherte sich mir und sagte: Komm her! Ich werde dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes!

Und er führte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg und er zeigte mir die Heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie strahlte die Herrlichkeit Gottes aus und glänzte wie ein kostbarer Stein, wie ein kristallklarer Jaspis. Sie war von einer sehr hohen Mauer mit zwölf Toren umgeben. Die Tore wurden von zwölf Engeln bewacht und die Namen der zwölf Stämme Israels waren an die Tore geschrieben.“

(Offb 19,7; 12,1; 21,9-12)

Was bedeuten all diese Schriftstellen? Zwölf Apostel... unsere zwölf Stämme... zwölf Stämme in der Zerstreuung... eine Krone mit zwölf Sternen... die zwölf Stämme der Söhne Israels... die Stämme Israels... ein Licht für die Völker, dass meine Errettung die Enden der Erde erreicht...


Etwas ganz Altes wird geboren....

Zwölf Stämme


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